Jedes Jahr nimmt das Tierheim Burg etwa 600 Tiere auf. Diese werden gepflegt und gefüttert - und einige müssen den Rest ihres Lebens in Schartau verbringen.

Burg l Viele große Augen blicken einem entgegen, wenn man von Kathrin Krügel durchs Tierheim geführt wird - hoffnungsvolle Hunde- und Katzenaugen. Manche Vierbeiner springen wild umher, bellen, mauzen oder schnurren. Andere setzen auf eine defensivere Taktik und tasten sich langsam an die Besucher heran. Kathrin Krügel kennt hier jeden tierischen "Gast". Die stellvertretende Tierheimleiterin hat ein großes Herz für ihre Tiere - und alle Hände voll zu tun.

"Wir nehmen im Jahr etwa 600 Tiere auf, hauptsächlich Katzen und Hunde, Kleintiere, Großtiere und auch Exoten", erzählt die 44-Jährige. "Die meisten kommen als Fundtiere zu uns. Viele werden aber auch von ihren Besitzern abgegeben. Leider kommen auch häufig welche auf Anweisung von Behörden zu uns. Das sind Tiere, die nicht artgerecht gehalten werden oder deren Besitzern die Haltung über den Kopf wächst." Momentan bietet das Tierheim Burg rund 100 Katzen, etwa 60 Hunden und 40 Kleintieren ein Zuhause.

"Besonders schwer haben es ältere Hunde. Die müssen häufig ihr ganzes Leben hier verbringen. Klar, es kommt auch mal jemand, der ein älteres Tier sucht, aber häufig müssen wir sie auch in eine Pflegestelle geben." Mit "Pflegestelle" meint Kathrin Krügel eine Art Gnadenhof für alte und kranke Tiere.

Die Pension ist jeden Sommer ausgebucht

"Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Von den Tieren, die wir aufnehmen, können wir über die Hälfte auch wieder gut vermitteln", freut sich die gelernte Tierpflegerin.

Häufig hört oder liest man von an Raststätten ausgesetzten Hunden - gerade zur Ferienzeit. Doch darin sieht die Tierpflegerin nicht das größte Problem: "Dass Tiere in den Sommerferien vermehrt ausgesetzt werden, wird durch die Pension recht gut eingedämmt." Die sechs Katzen- und fünf Hunderäume der Tierheim-Pension sind jeden Sommer ausgebucht.

Was fehlt sind Ehrenamtler. Sieben Mitarbeiter stemmen die ganze Arbeit momentan allein. "Zwar ist am Wochenende Hochbetrieb, viele Spaziergänger kommen, um mit den Hunden Gassi zu gehen und fegen dann auch mal mit durch. Aber Ehrenamtler werden immer gebraucht, denn hier gibt es immer was zu tun."

Das Tierheim muss auf fremde Hilfe bauen. "Die Kosten werden ja vor allem durch Spenden getragen. Über Sach- oder Geldspenden freuen wir uns daher sehr - und sind natürlich auch darauf angewiesen", erzählt die 44-Jährige.

Für die Pfleger des Tierheims geht es nicht nur darum, die Käfige sauber zu halten und die Tiere möglichst schnell wieder loszuwerden: "Wir beugen vor, machen Nachkontrollen und, wenn wir uns nicht ganz sicher sind, auch Vorkontrollen. Zur Weihnachtszeit zum Beispiel vermitteln wir keine Tiere, denn Tiere schenkt man nicht. Wer sich interessiert, kann gerne während dieser Zeit vorbeikommen und seinen `Liebling` kennenlernen und besuchen, aber vermittelt wird erst wieder nach den Weihnachtstagen." Man könne schließlich nicht für jemand anderen entscheiden, ob ein Tier zu ihm passt.