Neben anderen Mitgliedern des Burger Heimatvereins ist Karin Hönicke seit Jahren eine kompetente Stadtführerin. In Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule bietet sie für Geschichtsinteressierte jetzt erstmalig einen besonderen Streifzug durch die Kreisstadt an. Zu entdecken gibt es "das unbekannte Burg".

Burg l Wer fuhr in Burg das erste Auto? Was war die Gletscherspalte? Wo befand sich die Haubenschlippe? Karin Hönicke will in ihrer Stadtführung durch "das unbekannte Burg", die am 4. September um 10 Uhr auf dem Rolandplatz beginnt, nichts über Brigitte Reimann, Carl von Clausewitz, Conrad Tack oder das Burger Landrecht erzählen. Nicht die bekannten "Schwergewichte" der Burger Vergangenheit sind ihr Thema. Vielmehr soll es um das gehen, was kurios ist, oft nur am Rande erzählt wird und bei dem einen oder anderen den berühmten Aha-Effekt auslöst.

Wer bringt zum Beispiel die in Tangermünde als Brandstifterin hingerichtete Grete Minde oder den bekannten Berliner Chirurgen Prof. Johann Christian Jüngken oder Karl Ernst Ulrich de Maiziere, Mitverfasser des Bürgerlichen Gesetzbuches, mit Burg in Verbindung? Karin Hönicke kennt deren Beziehungen zu Burg, ebenso wie frühere Straßennamen: Haubenschlippe, Lappenberg, Lausehakengasse, Kumptswinkel. "Allerdings", so Karin Hönicke, "heißen heute viele Burger Straßen noch so wie auf einem Plan aus dem 17. Jahrhundert."

Aber es gab auch viele "inoffizielle Bezeichnungen" für Straßen, Plätze und Gebäude, die überliefert wurden und die Karin Hönicke bei ihrer besonderen Stadtführung mit den Teilnehmern entdecken will: Mistpitte, Gletscherspalte, Bullenwinkel, Plättbolzen.

Zum "unbekannten Burg" gehört für viele sicher auch, dass es in Burg neben dem bis heute bestehenden Burg-Theater einst vier weitere Kinos gab. Oder dass die große Burger Schuhfabrik drei Verkaufsstellen in der Stadt hatte. Und dass es am Burger Markt einst eine Kur- und Badeanstalt gab.

Die Teilnahme an der Stadtführung "Das unbekannte Burg" am 4. September ab 10 Uhr, die am Rolandplatz beginnt und am Altstadtcafé endet, kostet drei Euro.