Burg l Besucher und Kunden der Sparkasse Jerichower Land sind es in der Schalterhalle des Stammsitzes Burg gewohnt, die eine oder andere Ausstellung von Bildern, Fotos oder Dokumenten zu verschiedensten Themen zu sehen. So auch in diesen Spätsommertagen. Nur ist es erstmalig, dass eine Präsentation mit 20 Schautafeln aufgestellt worden ist, das vom Geldinstitut in "eigener Sache" bezeichnet werden kann.

Marketing-Verantwortliche Sieglinde Wilke: "2012 gab es in den Sparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes den Aufruf: `Ältestes Sparkassenbuch` gesucht!" Auf diese Weise entstand eine einzigartige Materialsammlung aus über 500 Einsendungen, von denen typische oder aber besondere Berichte und Bücher für die Ausstellung ausgewählt wurden." Eingegrenzt worden war die Zeitspanne von 1869 bis Neuzeit. Die Jahreszahl des 19. Jahrhunderts sei gewählt worden, da aus dem Jahr das gezeigte älteste Sparbuch stammt, das in Chemnitz ausgestellt worden war. Seine Abbildung und Geschichte ist auf der ersten Tafel vermerkt und zu betrachten. Aber auch alle anderen Tafeln sind in ihrer Aussage bemerkenswert. Da werden Kopien von Sparkassenbüchern gezeigt, in denen Besitzer persönliche Notizzettel und ähnliches vergessen haben. Besonders eindrucksvoll ist das Sparkassenbuch eines Soldaten des Ersten Weltkrieges. Auf einer Seite notierte er, was an seinem Frontabschnitt geschehen ist und welche Verluste seine Truppe zu verschmerzen hatte. Oder es sind Bücher zu sehen, anhand derer das Schicksal der Besitzer erzählt wird. Auf alle Fälle sollte die kleine Präsentation nicht im Vorbeigehen in Augenschein genommen, sondern mit etwas Zeit besichtigt werden. Zu sehen ist die Wanderausstellung bis zum 15. September.

"Das Sparbuch ist 190 Jahre alt. Das erste in Österreich und damit in Zentraleuropa ausgegebene Sparbuch war das `Einlagebuch Nr. 1`, das am 4. Oktober 1819 von der Ersten Oesterreichischen Sparkasse `unter würdigen Kindern der unteren Klassen von 12 bis 15 Jahren` verteilt wurde", weiß Sieglinde Wilke aus der Sparkassenhistorie zu zitieren.

70 Prozent der Kunden verfügen über ein Sparbuch

Natürlich hat die hiesige Sparkasse versucht, einen lokalen Bezug zur Ausstellung herzustellen. Das sei gelungen und in einer beigestellten Vitrine zu sehen, freut sich die Marketing-Leiterin. "Eigentlich ist es uns nicht schwer gefallen. Hin und wieder passiert ist nämlich, dass Kunden erscheinen, die aus dem Nachlass verstorbener Verwandten uralte Sparkassenbücher oder andere Belege, wie zum Beispiel eine Sparkassenzeitung aus dem Jahr 1941, aus den Zeiten der Stadtsparkasse Burg und Kreissparkasse bringen. Dafür bei der Gelegenheit übrigens herzlichen Dank an die Spender", sagte Sieglinde Wilke.

Sind eigentlich Sparbücher noch in Mode? Die Antwort gab bei Eröffnung der Ausstellung Vorstandmitglied Ralf Giese: "Sie werden noch immer ausgestellt. 50 Prozent unserer Kunden verfügen über ein Girokonto, aber erstaunliche 70 Prozent über ein Sparbuch."