Auf der Baustelle für die neue Kinderkrippe "Ehlespatzen" von Biederitz ist annähernd Halbzeit. Nach der Grundsteinlegung Anfang April ist inzwischen ein stattlicher Rohbau aus der Erde gewachsen.

Biederitz l Der Herr über die Baustelle ist Wolfgang Matuzak. Auf einem großen Tisch breitet er den Bauplan aus. Ein Laie mag meinen, es sei eher ein Schnittmusterbogen. Das liege an der Kleinteiligkeit der Räumlichkeiten, sagt der Bauleiter und erläutert, dass im Untergeschoss die Räume für drei Kinderkrippen-Gruppen untergebracht sind. Da gibt es also drei Aufenthaltsräume, drei Sanitärräume, drei Schlafräume. Dazu noch viele Abstell- und Lagermöglichkeiten. Die Gruppenräume der Krippenkinder haben über eine Terrasse einen Zugang ins Freie, auf die Spielplätze der Kinder. "Und", fügt die Mitarbeiterin des Biederitzer Bauamtes Christina Himmelreich, hinzu, "einer dieser Gruppenräume ist behindertengerecht ausgeführt." Die Krippe könnten nun auch Kinder mit Handicaps ohne Probleme besuchen. Das hat es in Biederitz bisher nicht gegeben. Ganz im Gegenteil: Die jetzige Krippe in einer alten Fachwerkvilla geht über drei Etagen und darf nur mit Ausnahmegenehmigung betrieben werden. Zum Jahresende soll der Umzug stattfinden.

Doch zuvor haben die Putzer noch viel zu tun. Auch die Trockenbauer, die Estrichgießer, die Elektriker und Sanitärinstallateure. "Die Gewerke arbeiten gut Hand in Hand", sagt Bauleiter Matuzak. Das Dach sei dicht, so kann es innen zügig vorangehen. Auch alle Außenfenster und Türen - bis auf die Eingangstür - seien eingebaut. Rund 20 Handwerker sind in diesen Tagen an und in dem Bau tätig.

Die obere Etage ist beim Besichtigungstermin tabu: Dort trocknet der Estrich. Dafür führt der Weg über die breit angelegten Flure in den Bewegungsraum. Diese Räumlichkeit ist in der Höhe über beide Etagen ausgeführt, zeigt der Bauleiter. "Da kann dann auch mal ein Ball in die Höhe fliegen." Eine verglaste Außenseite vermittelt den Eindruck, als ob man direkt in der freien Natur ist. Hier wird den Knirpsen das Springen, Tanzen, Rennen und Trampeln Spaß machen.

Wo Licht von oben nötig ist, wurden in der Decke Oberlichter eingebaut. Ansonsten wird die Beleuchtung in der Unterhangdecke untergebracht. Derzeit ist dort noch ein Wirrwarr an Leitungen, Rohren und Kabeln zu sehen. Ein intelligentes System wird in dem Gebäude für ein optimales Klima sorgen. Eine Wärmerückgewinnungs-Anlage hilft Energiekosten sparen.

Auffallend ist, dass es eine Vielzahl von Lagerungs- und Abstellmöglichkeiten gibt. Die Lieferanten und Servicedienstleister können an der Vorderfront bis ans Lager heranfahren. Es gibt Möglichkeiten, das Außenspielzeug innen zu lagern. Selbstverständlich sind Abstellgelegenheiten für die Kinderwagen.

Neben den Räumen fürs Personal wird die Kinderkrippe auch über einen Raum mit Waschmaschinen verfügen. Natürlich verfügt die Einrichtung über eine Küche.

Nicht ohne Zufriedenheit konstatieren der Bauleiter und die Bauamtsmitarbeiterin, dass man nicht nur gut im Zeitplan liege, sondern auch im Finanzlimit. Der Bau kostet übrigens rund 1,8 Millionen Euro. Das sind überwiegend Gelder aus dem Stark-III-Fördertopf. Die Gemeinde steuert immerhin 500 000 Euro bei.

Wie geht es weiter, damit zum Jahreswechsel 48 Krippenkinder und 13 Kindergartenkinder einziehen können? Zunächst hofft man auf etwas beständig wärmeres Wetter, damit der Bau weiter austrocknen kann. In den Blick kommt bereits die Ausstattung der Einrichtung mit Mobiliar, Sanitäranlagen, Bodenbelegen über der Bodenheizung. Die farbliche Gestaltung ist zu besprechen. Dabei, berichtet Christina Himmelreich, sei die Leiterin der Biederitzer Kita, Beate Engelmann, eine konstruktive, erfahrene Praktikerin mit dem Blick auf das Bewährte, das Praktikable und das für Kinder und Erzieherinnen Nützliche.

Die Estrich- und Putzarbeiten werden ebenso weitergehen wie die Tätigkeit der Trockenbauer. Maler und Ausrüster folgen. Der Außenputz ist fertigzustellen. Außerdem soll die Pflanzzeit im Herbst genutzt werden, die Außenanlagen herzurichten. Es sollen auch schon die ersten Spielgeräte aufgestellt werden.

Mit ein wenig Fantasie kann man die kleinen Steppkes schon durch die Räume und Flure tappeln sehen.

 

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