Die Arbeiten am Neubau der Hohenwarther Kindertagesstätte kommt gut voran. Vor einigen Tagen konnte Richtfest gefeiert werden.

Hohenwarthe l Den Bauleuten ist ein festes Ziel gesetzt: Am 31. Dezember muss die neue Kindertagesstätte fertig sein. Das war eine der Prämissen für die Inanspruchnahme von Fördergeldern. Dabei wusste der Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land des Deutschen Roten Kreuzes als Träger dieser Kinderbetreuungseinrichtung, dass dies ein durchaus sportliches Ziel sei, wie DRK-Vorstand Andy Martius in seiner kurzen Ansprache vor dem symbolischen Akt zum Einschlagen des letzten Nagels in einen Dachsparren unter anderem betonte.

Es ist schon einige Wochen her, dass Kindergesang über den Spielplatz der Kita hallte. Denn Ende Mai mussten die Steppkes aus ihrer Einrichtung ausziehen und mitten im Dorf ihre Ersatzunterkünfte beziehen. Doch das Richtfest wollten sich einige der Kita-Kinder nicht entgehen lassen. Aber sie wollten auch nicht mit leeren Händen kommen. So hatten sie neben der selbst gefertigten Richtkrone auch noch ein kleines Liederprogramm mitgebracht, um den Bauleuten zu danken. "Wer will fleißige Handwerker seh`n, der muss nach Hohenwarthe gehn..."

Auf dem Gelände unter großen Kiefern haben also jetzt die Bauleute das Sagen. Die Kindereinrichtung wird für die Zukunft fit gemacht. Entgegen dem bundesweiten Trend kann von Einwohnerschwund und Kindermangel in Hohenwarthe nicht die Rede sein. Dem jedoch konnte die Kindereinrichtung nicht adäquat folgen. Sie ist mit Containern immer mal ein Stück erweitert worden, aber besonders im Krippenbereich hielten die Gegebenheiten den Anforderungen an eine zeitgemäße Einrichtung nicht Stand. Die Krippenerzieherinnen glichen dies mit ihrer ganz besonderen Hingabe aus.

DRK-Vorstand Andy Martius beleuchtete, wie es ganz kurzfristig möglich wurde, eine Änderung herbeizuführen.

Mit Beginn des Jahres 2014 wurde für den Landkreis Jerichower Land das "Bundesprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung 2008 bis 2013" bis zum Jahresende 2014 verlängert. Voraussetzungen für die Mittelbeantragung war jedoch, dass die Baumaßnahme bis Ende 2014 abgeschlossen und der Fördermittelbescheid bis Ende März 2014 erteilt ist.

Der Träger, die Gemeinde Möser und die Kita "Gänseblümchen" steckten die Köpfe zusammen und schätzten das Risiko ab, innerhalb nicht einmal eines Jahres alle rechtlichen und bürokratischen Hürden zu überwinden, die vom Grundstückserwerb bis zur Baugenehmigung notwendig sind. Auch der Möseraner Gemeinderat war einzubeziehen, da sich die Gemeinde mit 133 000 Euro an der Finanzierung beteiligt. Unter größten Anstrengungen wurde der Neubau für die Betreuung der Kinder unter drei Jahren geplant, die Baugenehmigung erteilt und Ende März der Fördermittelbescheid erteilt. Für dieses Tempo bedankte sich Andy Martius bei allen daran beteiligten Menschen. Nach Abschluss der Baumaßnahme soll eine Erhöhung der Betreuungsplatzkapazität von 70 auf 90 Kinder, davon 34 Krippenplätze (zuvor 22), erreicht werden. Ferner sollen vier integrative Plätze entstehen. Im Rahmen der Baumaßnahme wird zugleich ein Niveauausgleich und damit die Barrierefreiheit zum vorhandenen Gebäudeteil erreicht.

Landrat Steffen Burchhardt, der als kleines Geschenk eine Kinderschubkarre und Süßigkeiten mitgebracht hatte, wünschte sich bei allen Vorhaben einen ebensolchen Enthusiasmus. Zeige das doch, was in solchen Abläufen möglich ist, wenn alle Beteiligten es wollen.

Die geplanten Baukosten von 444 000 Euro - das ist der Wermutstropfen - sind jedoch jetzt schon überschritten worden, teilte Martius mit. Gründe dafür für sind unter anderem gestiegene Baukosten und die Erfüllung erweiterter Normen.