Magdeburgerforth l Der Poller in der Schustergasse sorgte in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates für eine emotionsgeladene Diskussion. Einige Anwohner der Lindenstraße/Schustergasse waren anwesend und machten ihrem Unmut über diese Maßnahme ausreichend Luft. Anlass für das Aufstellen des Pollers war eine mehrmalige Beschädigung des Hauses der Familie Leps. Der Ortschaftsrat hatte in seiner Sitzung am 3. Dezember 2013 mit einer Gegenstimme einer Einziehung der Verkehrsfläche und der baulichen Sperrung für jeglichen Fahrzeugverkehr zugestimmt.

Acht Anwohner-Familien der Schustergasse und Lindenstraße hatten sich mit einem Brief an Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly gewandt. Darin monierten sie, dass ihnen bisher jegliche Informationen über diese Maßnahme fehlten. Die Unterzeichner stellen fest, dass sie die Straße mitfinanziert haben, aber in die Planung nicht einbezogen werden. "Das Thema stand mehrmals auf der Tagesordnung der Sitzung des Ortschaftsrates. Da war niemand da und hat sich informiert", machte Ortsbürgermeister Frank Opitz deutlich.

Im Schreiben an den Stadtbürgermeister werden die Folgen nach der Polleraufstellung dargestellt. Darin heißt es: "Anwohner konnten mit Kraftfahrzeugen nicht erreicht werden, weil der Weg zu ihnen versperrt und keine Alternative erkennbar war." Die Unterzeichner des Briefes weisen darauf hin, dass in der Straße überwiegend Rentner wohnen. Unter ihnen und allen Anwohnern mache sich eine große Sorge breit. "Wie sollen uns Ortsunkundige, Notärzte oder Krankenwagen erreichen? Rettungswege sind versperrt. Wir möchten uns den Ernstfall gar nicht erst vorstellen."

Ortschaftsrat gegen diese technische Lösung

Frank von Holly machte deutlich, dass sein Standpunkt zu dieser Angelegenheit dem Ortschaftsrat bekannt war. Entsprechend einer Vereinbarung der Gemeinde Magdeburgerforth mit Familie Leps im Rahmen deren Zustimmung zur Baumaßname Straße über ihr Grundstück (vor dem Jahr 2000), hat die Verwaltung Pflichten, die zu erfüllen sind. Eine Einigung gab es daraufhin zwischen der Verwaltung und der betroffenen Familie. "Diese wurde hinsichtlich der technischen Lösung vom Ortschaftsrat nicht mitgetragen", erklärte Frank von Holly.

Da die Gespräche mit dem Ortschaftsrat zu keinem Ergebnis führten und das Haus wieder beschädigt wurde, legte der Stadtbürgermeister die Sperrung entsprechend dem Beschluss des Ortschaftsrates fest. Und fügte hinzu: "Um Ihre Besorgnis zu mindern, teile ich Ihnen mit, dass alle zuständigen öffentlichen Stellen über die Sperrung in Kenntnis gesetzt wurden und eine mögliche Notfallversorgung ohne weitere Verzögerung erfolgen kann."

In der jüngsten Ratssitzung zeigten sich Ortsbürgermeister und die Ratsmitglieder überrascht, dass der Absperrposten bereits aufgestellt wurde. Das sei so nicht abgesprochen gewesen. Frank Opitz: "Es kann aber auch nicht sein, dass Fahrzeuge vor dem Poller stehen und die ganze Straße dicht machen." Anwohner berichteten, dass die Fahrer von Müllfahrzeugen und Streifenwagen der Polizei nichts von dieser Sperrung wussten.

Die Anwohner, so zeigte die hitzige Diskussion, wären mit einer Einengung der Straße zufrieden. "Familie Leps wollte nur eine Sperrung", machte der Ortsbürgermeister deutlich.