Mit einem feierlichen Gottesdienst ist Pfarrer Peter Eichfeld vor einigen Tagen aus dem evangelischen Kirchenkreis Elbe-Fläming und aus seinem Pfarramtsbereich Schartau verabschiedet worden. Nach fast zehn Jahren wechselt er nach Aschersleben. Mit dem Fortgang endet auch seine engagierte Arbeit als Leiter des Notfallseelsorgeteams im Jerichower Land.

Schermen l Zu mittäglicher Stunde schickt die Sonne noch ein paar Strahlen durch die bunten Fenster der Schermener Kirche, wo sich rund 50 Gläubige versammelt haben, um die letzte Predigt von Pfarrer Peter Eichfeld zu hören, und ihn dann von seinem Dienst in den Kirchgemeinden Schartau, Niegripp, Schermen, Hohenwarthe und Möser zu verabschieden.

Superintendentin Ute Mertens bedankt sich bei denen, die zum Gottesdienst gekommen sind und heißt sie mit dem Wochenspruch herzlich willkommen: "Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade." Wie es Brauch ist bei Verabschiedungen, sagt die Superintendentin, kommt der Predigtdienst dem zu Verabschiedenden zu. Auch die Lieder des Gottesdienstes hat sich Pfarrer Peter Eichfeld ausgesucht. Angestimmt wird eines seiner Lieblingslieder, wie die Superintendentin weiß. "Laudate omnes gentes" - Lobsingt, Ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn.

Schuld, Sühne, Macht und Machtmissbrauch

"Liebe Gemeinde, es ist schön, mal wieder hier vorn zu stehen", wendet sich Eichfeld an die Gläubigen. "Ich dachte, ich bin ganz cool, aber so ein bisschen weiche Knie habe ich doch wieder." In den Mittelpunkt seiner Predigt stellt Peter Eichfeld das Thema Schuld, Sühne, Verrat, Einsicht, Macht und Machtmissbrauch. Er beleuchtet die biblische Figur Davids und sagt, das einzig Gute an David sei, dass er seine Schuld eingesehen habe, ansonsten sei er für ihn ein Verbrecher. Aktuelle Verbindungen knüpft der Pfarrer zu den grausamen Kriegen dieser Zeit, vor allem zu den Feldzügen in Syrien gegen die Christen.

Mit persönlichen Worten wendet sich die Superintendentin an den zu verabschiedenden Bruder Peter. Es sei ein Abschied mit gemischten Gefühlen, sagt die Superintendentin. "Mancher ist traurig, dass du gehst, mancher bedauert, wie alles gekommen ist und kann es vielleicht nicht so richtig verstehen, mancher ist vielleicht auch erleichtert, dass nun der Weg für den Neuanfang frei ist." Abschied und Neuanfang ließen ein wenig wehmütig werden und zu Gedanken führen, was wäre, wenn alles anders gekommen wäre. Doch es bleibe auch Wichtiges zurück, das sich in den fast zehn Jahren der Amtszeit von Pfarrer Eichfeld zwischen Schartau und Möser entwickelt habe: das Martinsfest, der Frauenkreis in Hohenwarthe, die Osternachtsfeiern, die gemeinsame Sommerkirche in den Urlaubswochen, neue Formen der Verkündigung, die er ausprobiert habe, die weihnachtliche Hausmusik in der Möseraner Kirche, die Literaturnachmittage.

Neue Pfarrstelle in Aschersleben

"Den Menschen das Wort Gottes zu verkündigen", sagte Ute Mertens, das war für dich das wichtigste. Und du hast es dir nicht immer leicht gemacht, mit den Worten Gottes." Und: "Bei dir gab und gibt es eben auch Ecken und Kanten, die man erst einmal zu deuten lernen musste." Das sei ihr auch so gegangen.

Geschätzt habe die Superintendentin die Deutlichkeit, mit der Pfarrer Eichfeld ausgesprochen habe, was auszusprechen ist, auch wenn es unbequem war. Viel habe er geleistet, aber Unstimmigkeiten habe es eben auch gegeben.

Jetzt steht ein Neuanfang auf dem Plan. Pfarrer Peter Eichfeld hat eine Pfarrstelle in der Reformierten Gemeinde Aschersleben angenommen.

Seinen Platz im Bereich Schartau nimmt ab Oktober Pfarrerin Sandra Trottner ein. Sie hat sich bereits in Schartau bei den Gemeindekirchenräten vorgestellt. Die 1977 geborene Theologin stammt aus der Altmark und war zuletzt im Pfarramt Arendsee tätig.