20 Jahre lang war das verlassene Burger Schlachthofgelände ein Schandfleck - nur vier Monate hat nun der fast vollständige Rückbau der innerstädtischen Industriebrache gedauert. Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) informierte sich gestern über den Abschluss der Maßnahme.

Burg l Einige Lkw-Ladungen Schutt und ein Berg von Beton-Eisenbahnschwellen müssen zwar noch abtransportiert werden, aber der Rückbau des Burger Schlachthofgeländes ist im Großen und Ganzen abgeschlossen, wie Bürgermeister Jörg Rehbaum gestern vor Ort zufrieden feststellen konnte. Er dankte den Planern, den Bauarbeitern und den zuständigen Mitarbeitern der Verwaltung für die professionelle Arbeit, deren Ergebnis sich sehen lassen könne. Auch Vertreter des Bauausschusses des Stadtrates und des Landesverwaltungsamtes waren vor Ort.

Auf dem 25 000 Quadratmeter großen Gelände wurden 27 Gebäude und Bauwerke abgerissen. Dazu kamen zahlreiche Schächte, zwei Fettabscheider und etwa 300 Meter Heizungs- und Lüftungskanäle. Dabei fielen fast 19 000 Tonnen Bauschutt an, darunter über 1000 Betonbahnschwellen mit hoher Schadstoffbelastung. 166 Tonnen teerhaltige und 364 Tonnen asbesthaltige Materialien mussten entsorgt werden. Auf der Entsorgungsliste stehen auch 126 Tonnen Materialien mit künstlichen Mineralfasern, 103 Tonnen Baumischabfälle, 89 Tonnen Grünschnitt, 61 Tonnen Altholz, 149 Tonnen Schrott, 50 Tonnen belasteter Boden sowie 42 Kubikmeter Schlamm-Wasser-Gemisch aus den Fettabscheidern.

Eine besondere Herausforderung war der Rückbau des etwa 30 Meter hohen Schornsteins in unmittelbarer nähe der Bahnstrecke. Aufwändig auch eine erforderliche Wasserhaltung, verbunden mit umfangreichen Arbeitsschutzmaßnahmen, beim Rückbau der stark kontaminierten Bodenplatte eines Kellers oder die Handschachtungen zur Freilegung aktiver Stromleitungen.

Inzwischen wurde das Gelände mit über 4000 Tonnen Sand aufgefüllt und begradigt. Noch aus steht die Aufbringung von gut 500 Tonnen Mutterboden, auf dem dann Rasen angesät wird. Die neu entstandene Freifläche soll mindestens zehn Jahre Grünfläche bleiben. Während der Landesgartenschau 2018 wird das Gelände vorübergehend geschottert und als Großparkplatz (800 Pkw) genutzt werden. Die Gesamtkosten für die Abrissmaßnahme belaufen sich auf 850 000 Euro. 80 Prozent sind Fördermittel.

Die erhalten gebliebenen, denkmalgeschützten Gebäude an der Blumenthaler Straße (Trafohaus, Freibank und Verwaltungsgebäude) sollen zunächst gesichert und ab 2015 saniert werden.