Burg/Genthin l Die Kreismusikschule "Joachim a Burck" will zukünftig eine Fahrtkostenpauschale für freie Mitarbeiter bezahlen, deren Weg mehr als zehn Kilometer beträgt. Wegstrecken zwischen zehn und 25 Kilometer sollen mit fünf Euro, Strecken zwischen 25 und 40 Kilometer mit zehn und ab 40 Kilometer mit 25 Euro entschädigt werden. "Wir wollen mit der Wegstreckenentlohnung dafür sorgen, dass wir das Niveau von 340 Wochenstunden weiter aufrecht erhalten können", begründete Henry Liebe, im Kreis für die Schule zuständig.

Durch die Schließung der Außenstelle der Hochschule für Musik Leipzig in Magdeburg werde es im Raum Magdeburg sowie den nördlichen Regionen immer schwieriger, fachlich solide ausgebildete Honorarkräfte für die Musikschule zu gewinnen. "Um die freien Lehrer ist daher ein regelrechter Kampf entstanden. Mit der Erstattung der Fahrtkosten heben wir uns von anderen Musikschulen ab", erklärte Liebe. Zur Deckung der Fahrtkosten stünden im Haushaltsplan 107000 Euro zur Verfügung.

Der Bildungsausschuss zeigte sich von dem Vorschlag sehr angetan, jedoch sorgte die Staffelung für Verwunderung. "Damit bekommt derjenige, der weniger fährt pro Kilometer letztendlich mehr. Warum orientiert man sich nicht an bereits bestehende Gesetze zur Kostenregelung?", fragte Ausschussvorsitzender Hartmut Dehne (CDU). Liebe: "Wir haben uns hier an der Regelung der Kreisvolkshochschule orientiert." Dehne würde lieber auf die Staffelung verzichten und jedem pro Kilometer den gleichen Betrag zahlen. "Machen wir es doch so einfach wie möglich." Kreisvorstand Bernhard Braun gab zu bedenken, dass sich diese allgemeine Regelung bereits bewährt habe und andere Kostengesetze es unnötig kompliziert machen würden. Torsten Kahlo (SPD) sah es ganz pragmatisch: "Es ist eine kleine Anerkennung für die Lehrer. Bislang haben wir nichts gezahlt, jetzt wird eine bessere Regelung vorgeschlagen." Dehne konkretisierte: "Dass wir etwas zahlen wollen, ist unstrittig, aber ich bin eben der Meinung, dass derjenige, der mehr fährt, auch mehr Verschleiß hat und deswegen mehr bekommen sollte."

Trotz der Diskussion über die Staffelung sah der Ausschuss, dass es sich um eine Verbesserung der bisherigen Regelung handelt und stimmte der Vorlage der Verwaltung zu.

 

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