An historischer Stelle eröffnete jetzt der TSV Einheit Burg eine Begegnungsstätte, die als "Fontane-Eck" an den Aufenthalt es berühmten Dichters in der Stadt erinnert und ein vielseitiges Angebot bereit hält.

Von Roland Stauf

Burg l Theodor Fontane hat in Burg seine Spuren hinterlassen. Zwar war der Schriftsteller als Apothekergehilfe im Jahr 1840 nur kurze Zeit in der Stadt, doch mit seinem Gedicht "Burg an der Ihle", in dem er sich spottend über die Burger ausließ, die ihren Roland zu Futtertrögen für Schweine umgenutzt hatten und die ihm zu dem Schluss führten, dass jeder große Geist die Stadt meiden müsse, traf er schmerzlich den Punkt, wo der Burger empfindsam ist.

Derart vor der Geschichte bloßgestellt zu sein, ist keine schöne Sache. So verschwand dann auch in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Adler-Apotheke - jene Stätte, in der Fontane einst nächtigte und dem Apotheker zur Hand ging. Ob sie aus Rache abgerissen wurde, sei dahingestellt. Jedenfalls wehte ein anderer Geist durch Burg.

Inzwischen hat die Stadt ihren Roland wieder, den größten östlich der Elbe. Genau seit 15 Jahren, was ja Grund genug zum Feiern ist. Und die Bürger feierten wie immer feste die Gaudi, die Rolands Namen trägt. Da gerät die Figur, um die es geht, schon mal ins Hintertreffen. Vorrang haben Knobibrotbuden und Karussells. So wie immer.

Was uns lehrt, dass wir immer mal wieder auf Fontanes Verse zurückkommen und uns fragen sollten, wie wir mit dem umgehen, was uns die Väter hinterließen.

Nun hat Fontane eine Spur mehr in Burg. Zwar wurde sie neu gelegt, aber an historischer Stätte: Genau dort, wo einst die Adler-Apotheke stand, hat der TSV Einheit Burg eine Begegnungsstätte im Senioren-Block der Wobau eingerichtet und sie "Fontane-Eck" genannt. Der größte Burger Sportverein möchte dort, an der Ecke Breiter Weg/Deichstraße, zusammen mit der Wobau ein vielseitiges Angebot für Behinderte, Senioren und andere interessierte Bürger vorhalten. Angedacht sind Gymnastik-Angebote, Vorträge, Stammtische für Behinderte und Senioren, in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule die Senioren-Akademie, Kulturabende und vieles mehr. Das alles wurde während der Eröffnungsfeier Freitagabend bekanntgegeben.

Zahlreiche Vertreter von Einrichtungen und Vereinigungen waren erschienen, um dem TSV herzlich zu gratulieren. So fanden sich unter den Gratulanten Runa Bohne als Vertreterin der Stadt Burg, Bernd Mittelstädt vom Kreissportbund und Fritz Sperling als Vertreter des Kreisseniorenrates. Denn im Fontane-Eck soll auch der Burger Stadtseniorenrat regelmäßig zusammenkommen können, wenn er denn gebildet ist.

Bevor sie zur offiziellen Eröffnung ein Fontane-Porträt enthüllten, nahmen der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Matthias Regenberg, und Vereinsmanagerin Sonja Kaffka die Glückwünsche entgegen.

Die zahlreichen Gäste erfreuten sich an den kulturellen Darbietungen und an dem Buffet, das im Anschluss noch Gelegenheit zu vielseitigem Gedankenaustausch bot.

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