Mit einer kulturellen Reise durch die Welt wurde Montagabend im Burger Kino die "Interkulturellen Woche" unter dem Motto "Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern" eröffnet.

Burg l Der Verein "Weitblick" sieht nicht nur seine Aufgabe in dem Erhalt des alten Kinos, sondern fördert auch Kunst und Kultur und ruft zu Völkerverständigung und gegenseitiger Toleranz auf. Mit diesen Worten begrüßte das Vorstandsmitglied des Vereins, Bernd Goldbach, die zahlreichen Gäste. Gemeinsam mit Ute Mertens, Superintendentin des Kirchenkreises Elbe-Fläming, eröffnete Reinbern Erben, Geschäftsführer des Diakonische Werkes im Jerichower Land, die Interkulturelle Woche. "Natürlich leben wir auch außerhalb der Interkulturellen Woche gemeinsam in unserer Stadt, natürlich wäre es überaus wertvoll, gegenseitigen Respekt an jedem Tag und jedem Ort als selbstverständlich zu erleben. Dieser Herausforderung stellt sich das Programm der nächsten Tage. Wir dürfen Vertrautes und Fremdes erleben. Wir dürfen hören, schmecken und fühlen und dabei fröhlich sein. Am Ende sind wir erheblich reicher und haben neue Freunde", versicherte Erben.

Dies unterstrich auch Ute Mertens. "Wir haben so viele Gemeinsamkeiten, egal welcher Herkunft wir sind, welcher Religion wir angehören. Und die Menschen in Burg verbindet soviel miteinander: Das Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit, der Wunsch nach freier Entfaltung, nach Gerechtigkeit und Heimat." Sie spannte einen Bogen zum aktuellen Geschehen in der Welt. "Denn gerade in diesen Tagen müssen wir erleben, wie an vielen Orten Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, wie sie verfolgt werden und wie sie unter Gewalt leiden, weil sie einen anderen Glauben haben oder von anderer Herkunft sind. Heißen wir die Menschen, die zu uns kommen, herzlich willkommen in unserer Stadt, geben wir ihnen das Gefühl, hier einen Ort des Friedens zu erleben."

Das bunte Programm rundete die Eröffnungsveranstaltung ab. Die Studentin Viridiana Corral Martinez aus Friedensau hatte einen anschaulichen Film über ihr Land Mexiko mitgebracht, der unweigerlich das Reisefieber steigen ließ.

Mit eindrucksvollen Bildern berichtete Maja Illig von ihrer Chinareise. Die Musikgruppe "Trinitatis-ConTakt" trug mit ihren Liedern zur Völkerverständigung bei.

Die Friedensauer Studentin Reby Rose Isaac begeisterte die Gäste mit einem indischen Tanz auf der Kinobühne. Tanz, Musik und Darstellung bilden hier eine Einheit, und die völlige Konzentration auf die Bewegungen des Körpers faszinieren ebenso wie das kunstvolle indische Kostüm.

"Isis, Ukraine, Boko Haram, Selfism" standen im Mittelpunkt des Gedichts von Chigemezi Nnadozie Wogu aus Friedensau und im Kino war es plötzlich mucksmäuschenstill still. Intensiv und nachdenklich trug der Student aus Nigeria seinen Text vor: "Reality - Warum nicht? Dass eines Tages alles gut wird. Oh, warum nicht."

Musik zwischen Lambada und argentinischen Tango- Rhythmen präsentierte der Musiker Martin Müller einzigartig auf seinem Akkordeon.

Köstlich amüsant und hintergründig brachten die Mitglieder des Kabaretts "CAT-stairs", Gabriel Giese und Dominik Patté, ihre Verständnisschwierigkeiten zum bessern Verständnis, wer eigentlich ein Fremder ist, bei.

Zum Abschluss des Abends wurde die Filmkomödie Monsieur Claude und seine Töchter im Kino gezeigt. "Der patriarchalische Notar Claude und seine sanfte Gattin verstehen die Welt nicht mehr, warum nur haben ihre drei Töchter einen Muslim, einen Juden und einen Chinesen geheiratet, statt eines netten katholischen Franzosen?"

 

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