Burg/Genthin l Die Volksstimme berichtete in den vergangenen Tagen über eine vom Landkreis geplante Erhöhung der Müllgebühren. Beispielsweise soll der Tarif für die 80-Liter-Restmülltonne von derzeit 174 um zehn Prozent auf 192 Euro klettern. Das meine Volksstimme-Leser:

Tatsache ist, dass viele Unternehmen unsere Grünschnittplätze kostenlos nutzen. Es geht nicht, dass die Allgemeinheit dafür bezahlt. Aus meiner Sicht müssen die Plätze anders organisiert werden. Hier gibt es eine gute Möglichkeit für den zweiten Arbeitsmarkt. Also Menschen, die wir erst als ABM-Kräfte und später als Bürgerarbeiter bezeichnet haben, könnten innerhalb von Öffnungszeiten solcher Plätze gute Dienste für die Allgemeinheit leisten, indem sie diese Areale bewirtschaften. Hier könnten Landkreis und Jobcenter nach Lösungen suchen und damit die Abfallgebühren senken. (Horst Leiste, Genthin)

Die höheren Gebühren sollen die Leute bezahlen, die ihren Grünschnitt entsorgen und nicht kompostieren. Es war ein großer Fehler, diese Grünschnittplätze einzurichten, weil sie alles andere als umweltschonend sind. Wie viel Co2 wird in die Luft gepustet, um das Zeug mit Transportern dorthin zu karren. Es wird Zeit, die Leute zur Rechenschaft zu ziehen, die diesen Schwachsinn geplant und später zugestimmt haben. (Lothar Schröder, Möser)

Absolute Abzockerei! Offensichtlich leben wir hier hinter der Welt. In anderen Regionen gibt es das Chip-Entsorgungssystem, da zahlen die Menschen nur den Müll, den sie verursachen. Wir trennen den Müll, bekommen keine 60-Liter-Tonne und zahlen dafür immer mehr. Wenn eine Versicherung oder Krankenkasse die Beiträge erhöht, können wir wechseln. Beim Müll nutzt der Landkreis seine Monopolstellung schamlos aus. (Dietmar Wegemann, Körbelitz)

Da hat unser Landkreis wohl ein Zauberwort gefunden - die Grünschnittgebührenerhöhung! Ich frage mich, ob das Müllmanagement des Landkreises in der Lage ist, die tatsächlichen Kosten auszurechnen. Wichtig wäre zudem eine Aufstellung, zu welchen Preisen die AJL den Grünschnitt weiterverkauft bzw. vermarktet. Hier in Biederitz an der Magdeburger Straße kommen ständig Betriebe, die ihren Grünschnitt abladen - und dafür sollen wir zahlen? (Detlef Skerat, Biederitz)

Ein Unding! Wir trennen eisern, haben kaum Restmüll. Ich verstehe nicht, warum der Landkreis schon wieder mehr Geld will. Diese Erhöhung ist nicht gerechtfertigt. Zumal der Kreis den Leuten eine preiswertere 60-Liter-Tonne verweigert. Früher hatten wir mal ein Müllmarkensystem, das ist definitiv gerechter und hilft, Müll zu vermeiden. (Sylvia Jörs, Genthin)

Früher haben die Menschen ihren Grünschnitt im Garten kompostiert. Wenn die Leute das Zeug zentral entsorgen möchten, sollen sie dafür auch bezahlen. (Brigitte Hoffmann, Burg)

Ich finde, dass es eine Frechheit ist, sich ständig zu Lasten der Bevölkerung die Kassen zu füllen. Ich bin alleinstehend und wegen meiner Arbeit in einem anderen Bundesland nur 14 Tage im Monat zu Hause. Daheim trenne ich ziemlich genau meinen Müll. Im Grunde habe ich gar keinen Müll, sondern nur Papier, Grünes und Plaste. Es kommt doch bald, das alles wild entsorgt wird, also last es darauf ankommen! (Gudrun Mainzer)

Man sollte zuerst hinterfragen, wie die Menge von 20000 Tonnen Grünschnitt ermittelt wird oder ob diese nur geschätzt wurde. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass alles, was zu den Sammelstellen gebracht wird, auch tatsächlich jedesmal gewogen wird. Außerdem kann man die Müllgebühren nicht schon wieder erhöhen, denn man sollte auch die allgemeine Lohnentwicklung im Auge behalten, denn wer hat schon eine Gehaltserhöhung von zehn Prozent pro Jahr? Könnte man diesen Grünschnitt nicht kompostieren und dann wieder zu Geld machen? (B. Winzer, Güsen)

Vor drei Jahren hatte ich schon einmal mit fünf weiteren Anwohnern Einspruch eingelegt. Mit dem Resultat, das wir alle 80 Euro Bearbeitungsgebühren zahlen sollten. Es ist eine Schweinerei, dass jedes Jahr die Gebühren durch Grünschnitt erhöht werden. Ich beobachte sehr oft, dass Eigenheimbauern ihren ganzen Aushub dort ablagern, auch kommen Lkw-Ladungen mit Baumkronen aus dem Wald dort an und die sind nicht aus dem Garten. Firmen bringen täglich ihren Grünschnitt dort hin und das tonnenweise. Aus Magdeburg sind zahlreiche Fahrzeuge zu sehen, die auf unseren Grünschnittplätzen entsorgen. Selbst ein großer Hänger Mist aus dem Stall wurde schon abgekippt. Der Landkreis hat ein lukratives Geschäft daraus gemacht. Hunderte Transporter bringen jeden Monat Grünschnitt hin, Radlader und Lkw sind täglich unterwegs, um alles wieder abzuholen. Wie viel Energie wird da verbraucht? Das kleine Gartenfeuer hat der Landkreis verboten, jetzt weiß ich auch warum. (Klaus Friedrichs, Schermen)

Ich verstehe das Müllsystem im Jerichower Land nicht. Wenn ich nur das, was im Abfallkalender als Müll deklariert ist, in die Tonne werfen würde, wäre sie nicht mal halbvoll. Wann gibt es, wie in anderen Landkreisen auch, Müllmarken? Dann würde ich meine Tonne nur alle vier Wochen rausstellen. (Klaus Kühne)

Ich finde das eine Frechheit, was hier mit uns angestellt wird. Jedes Jahr kein Geld mehr da - ach, wir machen eine Erhöhung. Wir sind im Haushalt zwei Personen und stellen die Restmülltonne im Monat maximal einmal raus. Ich hatte schon bei der Behörde nachgefragt wegen Nachlass bei der Gebühr. Sie schlugen mir vor, eine Tonne mit den Nachbarn zu teilen. Also da fehlten mir die Worte. Unsere Behörden sollten wirklich mal anfangen, mit dem Kopf zu denken und nicht nur das Geld mit vollen Händen aus den Fenster werfen. (Martina Bozek)