Die Landesgartenschau 2018 in Burg rückt Schritt für Schritt näher: Bei einem öffentlichen Stadtspaziergang der "Lenkungsrunde Stadtentwicklung" wurde jetzt die "Laufstrecke" der Laga-Besucher unter die Lupe genommen. Außerdem hat der Laga-Ausschuss über die nachhaltige Bepflanzung des Weinbergs beraten.

Burg l Dass die Laga-Vorbereitungen von der Bevölkerung mit Interesse verfolgt werden, bewies einmal mehr die Anzahl der Teilnehmer am jüngsten Stadtspaziergang der seit 2005 regelmäßig tagenden "Lenkungsrunde Stadtentwicklung". Es ging den Vertretern aus der Stadtverwaltung und aus dem Stadtrat, aus der Wirtschaft und dem Burger Vereinsleben um die "gemeinsame Sichtung städtebaulicher Missstände im Umfeld der Landesgartenschau". Dazu traf man sich am Meynhardt-Denkmal und schritt die Straßen und Wege ab, die die Laga-Besucher 2018 nehmen werden, wenn sie zwischen den Kernflächen der Blumenschau pendeln. Es ging durch den Kreuzgang, vorbei am Weinberg, durch die Hainstraße, über den Breiten Weg und durch die Schartauer Straße bis Gummersbacher Platz.

Was könnte also den Besuchern der Stadt negativ ins Auge stechen und welchen Informationsstand zu den offensichtlichen Missständen gibt es? Was sollte oder muss sich bis 2018 ändern? Stadtplaner Stefan Westermann führte Protokoll. Hier nur einige der Störfaktoren: 1. Die Industrieruine in der Franzosenstraße (ehemals Gebäudewirtschaft). Die Verantwortlichen der Stadtverwaltung sind aber zuversichtlich, in Zusammenarbeit mit dem Eigentürmer bald eine Lösung zu finden. 2. Die Baulücke in der Hainstraße gegenüber der Historischen Gerberei. Sollte das Privatgrundstück bis 2018 nicht wieder bebaut sein, sieht Planer Westermann die Notwendigkeit, die Lücke in einen akzeptablen Zustand zu versetzen. 3. Die Baulücke Breiter Weg 18/19 und das Gebäude Breiter Weg 17. Nicole Hildebrand von der Stadtverwaltung hofft in diesen Fällen auf eine Lückenbebauung bzw. eine Sanierung der Nummer 17, die eine gute Substanz habe. 4. Der Plattenbau Breiter Weg/Markt. Die Frage, ob sich das Gebäude bis 2018 verändern wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt von der Wobau nicht beantwortet werden. 5. Die heruntergekommene Fassade des Hauses Markt 15, ehemals Spowa. Hier hofft die Stadtverwaltung nach wie vor auf einen Investor. Sanierungsbedarf wurde auch für das Jugendstil-Haus in der Schartauer Straße, Ecke Franzosenstraße, ausgemacht.

Während sich die Lenkungsgruppe also der städtebaulichen Probleme außerhalb der Laga-Kernflächen annimmt, stehen die Kernflächen auf der Agenda des Laga-Ausschusses des Burger Stadtrates. Aktuell vor allem der Weinberg, den man für die Laga hauptsächlich mit Weinstöcken bepflanzen will. "Der Weinberg heißt nun einmal Weinberg, und wir wollen ihn nicht umtaufen", so Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) zum Vorschlag von Barbara Bester (Linke) statt Weinreben Obstbäume zu pflanzen, die sich leichter pflegen ließen. Mehrheitlich steht der Ausschuss aber zur geplanten Weinanbaufläche am Haupthang des Weinbergs, und man ist auch zuversichtlich, eine Nachnutzung organisieren zu können. Nur ein kleiner Teil des Weinbergs soll als Streuobstwiese mit Obstbäumen bepflanzt werden. Auch "Kulturgehölze" wie Esskastanie oder Maulbeerbaum (Vorschlag von Eckhard Burmester, CDU) sollen ein Plätzchen bekommen.

Burmester mahnte auch an, dass sich der Heimatverein mit seiner Gerberei endlich der Landesgartenschau öffnen und die Kooperation mit der Stadt suchen sollte.

Zufrieden zeigten sich alle Ausschussmitglieder über die Aussage von Laga-Planer Gero Heck, dass das Konzept für die Ehrenanlagen im Goethepark auch ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges beinhalten soll. Ein solches fehlt in Burg, nachdem das Kriegerdenkmal von 1934 wegen des Neubaus der Schwimmhalle 1974 abgerissen wurde.

 

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