Vor einem großen Publikum in der Kirche St. Dorothee wurden die Wahlitzer Kulturtage mit einer Vernissage von Dieter Ladewig eröffnet. Kabarettist Bernd Kurz Goetz führte in das Schaffen des Magdeburger Künstlers ein.

Wahlitz l Weiß der Künstler immer, was er tut? Das war einer der Denkanstöße, mit dem Bernd Kurt Goetz das Publikum zur Vernissage in der Wahlitzer Kirche St. Dorothee konfrontierte. Mit der Ausstellungseröffnung des Magdeburger Malers Dieter Ladewig wurden am Donnerstag auch die Wahlitzer Kulturtage eröffnet, veranstaltet vom Förderverein Kirche St. Dorothee. Der Verein hat sich zwei Hauptaufgaben gestellt. Zum einen geht es den Mitgliedern um die kulturellen Angebote und zum anderen um den Erhalt der Kirche. So war der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei, eine Spende aber willkommen. "Spenden Sie, wenn es Ihnen gefallen hat oder damit es nächstes Mal besser wird", sagte Vereinsvorsitzender Jens Klingemann.

Ein großes Publikum erlebte am Donnerstag die Vernissage, die musikalisch von Magdalena Engel auf dem Violoncello und Thomas Riedel auf der Gitarre begleitet wurde. Der Magdeburger Kabarettist Bernd Kurt Goetz stellte Dieter Ladewig und sein Wirken vor. Eine hohe Anforderung an die Rezeption stellten die Bilder dar. Bernd Kurt Goetz vermied es von abstrakter Malerei zu sprechen, sondern nutzte den Begriff "ungegenständliche Bilder", die sich in "menschliche Erinnerungen" verflüchtigen.

Mit der Erfindung der Fotografie sei die Malerei in eine Krise geraten. Bis dahin sei es ihre Aufgabe gewesen, Schlachten, Landschaften, Porträts etc. darzustellen. Eine Vergangenheit, von der wir in unserer Smartphone-Gegenwart, in der die Welt durch eine Linse wahrgenommen und festgehalten ("Wer soll sich das alles ansehen?) werde, weit entfernt sind.

Aber gerade hier sieht Bernd Kurt Goetz in der Kunst ein Mittel zu erkunden, was sich vor uns verbirgt. In der Kunst und vor allem in Dieter Ladewigs ungegenständlichen Bildern, in seinem "Kosmos von Ausdruck und Assoziationen". Beim Betrachten der Bilder entständen Geschichten, "die ich mir selber erzählen muss", die es aber andererseits ohne die Bilder nicht geben würde.

Dieter Ladewig suche "rund um die Uhr nach Ausdruck, filtert Leben, Realität, Gesellschaft durch die Kunst". Für die Bilder Ladewigs brauche es Zeit und Muße, um sie auf sich wirken zu lassen.

Sowohl der anspruchsvolle Beitrag von Bernd Kurt Goetz als auch die musikalischen Zwischentöne von Thomas Rieder und Magdalena Engel wurden vom Publikum mit herzlichem Beifall belohnt.

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