17 Veranstaltungen fanden zu den Landesliteraturtagen in der Einheitsgemeinde Gommern statt. Zum Familiensonntag in der Bibliothek erhielten zwölf Kinder ihre Zertifikate für den XXL-Lesesommer.

Gommern/Nedlitz l Sonntags hat die Stadtbibliothek in der Regel nur geöffnet, wenn die Einrichtung als Wahllokal benötigt wird. Zu den Landesliteraturtagen war am Sonntag zum Familientag eingeladen worden. Die Jungen und Mädchen, die sich am Lesesommer XXL beteiligt hatten, erhielten aus den Händen von Bürgermeister Jens Hünerbein ihre Zertifikate und Buchgeschenke überreicht.

Bevor sich der Stadtchef an jedes Kind persönlich wandte, las er die Geschichte "Das Froschkomplott" vor. "Die Bibliothek steht euch allen kostenlos zur Verfügung. Nutzt es", warb er bei den Kindern. Von den 19 Jungen und Mädchen, die sich für den Lesesommer XXL angemeldet hatten, schafften insgesamt zwölf (die die erforderlichen) mindestens zwei Bücher zu lesen, die meisten jedoch mehr. Und sie hatten, nach eigenen Angaben, trotzdem noch genügend Zeit, um draußen zu spielen.

Mit seinen 15 Büchern oder rund 3000 gelesenen Seiten war Bennett in Gommern der stärkste Leser in den Sommerferien.

Neben der Übergabe der Zertifikate bot die Bibliothek am Sonntagnachmittag eine multimediale Lesung mit dem Hallenser Autor Danilo Pockrandt "Der Kopf ist für das Denken rund". Der Hauptgrund, dass das Interesse an der Lesung nicht ganz so groß gewesen ist, kann sicherlich beim Wetter gesucht werden. Warme Temperaturen und Sonnenschein lockten nach draußen.

Aber trotzdem konnte die Stadtbibliothek auf zwei erfolgreiche Auftaktveranstaltungen zurückblicken. Am Sonnabendnachmittag hatte Ines Möhring im Fachkrankenhaus Vogelsang und Helmut Bürger in der Seniorenresidenz gelesen.

"Wenn Humor und Lachen die beste Medizin ist, nehmen wir gern einen Nachschlag."

Ute Lüdicke zur Lesung von Ines Möhring in Vogelsang

Beide Lesungen kamen beim Publikum gut an, das in Vogelsang anfangs noch verhalten reagiert hatte, aber dann immer lockerer wurde. Ines Möhring hatte ihren Mann mitgebracht, der den Texten seiner Frau kontra bot. "Es war ein vergnüglicher Nachmittag", sagte Ute Lüdicke. "Wenn Humor und Lachen die beste Medizin sind, nehmen wir gern einen Nachschlag."

Den Bewohnern der Stiemerling-Seniorenresidenz ging es ähnlich. Sie würden sich über einen erneuten Besuch Helmut Bürgers ebenfalls freuen, war der Eindruck von Monika Kuhrt, die die Stadtbibliothek bei der Lesung vertrat. Bibliothekarin Beate Masiowski nahm zeitgleich an der Eröffnungsveranstaltung der Landesliteraturtage in Genthin teil. Groß war beispielsweise die Freude in der Seniorenresidenz gewesen, als einige Zuhörer den Magdeburger Kohlenhändler aus einer Geschichte Helmut Bürgers wiedererkannten.

Neben Lesungen im Volkshaus, dem Landcafé Altes Pfarrhaus Menz oder dem Dornburger Schloss waren Autoren auch an Grund-, Sekundar- und Europaschule Gymnasium Gommern zu Gast.

Zum Abschluss der Landesliteraturtage in der Einheitsgemeinde Gommern las die Genthiner Schriftstellerin Monika Helmecke in Nedlitz im Sportlerheim. Mehr als 30 Zuhörer interessierten sich für ihren Norwegen-Krimi "Sucht mich nicht!". Der Buchtitel bezieht sich auf die Nachricht des Vermissten, die er hinterlässt. Als er endlich gefunden wird, ist klar: Er wurde ermordet.

Monika Helmecke las ruhig und konzentriert, so dass man ihr gut zuhören konnte. "Sucht mich nicht!" webte ein Netz aus Rätseln und Geheimnissen. Warum legt jemand einen Zettel "Sucht mich nicht!" auf den Tisch, wenn er erschlagen wird? War der Mörder ein Ausländer (aus dem Asylantenheim in der Kreisstadt) oder ein Irrer (aus der Psychiatrie ebenfalls in der Kreisstadt)? Oder doch ein Einheimischer? Der Tote wusste, dass viele etwas zu verbergen haben...

"`Sucht mich nicht!` So was schreibt man nicht, wenn man gleich ermordet wird."

Laila, Monika Helmeckes Hobby-Ermittlerin in ihren Norwegen-Krimi

Obwohl die Lesung angenehm war, hätten ein, zwei Unterbrechungen, um aus dem Nähkästchen der Schriftstellerin zu plaudern den Zuhörern bestimmt gut gefallen. Wie viel ihres Krimis konnte sie aufgrund ihrer langen Norwegen-Erfahrung schreiben? Lernt man automatisch so viel übers Fischen oder steckt da Extra-Recherche drin? Hat sie vielleicht sogar eine Anregung aus dem heimischen Genthin mit eingebaut?

Rund um ihre regelmäßigen Aufenthalte in Norwegen gemeinsam mit ihrem Mann Manfred Helmecke, der ebenfalls als Autor bekannt ist, drehten sich die Fragen, die ihr das Publikum im Anschluss stellte. Wie wird die Hütte geheizt, die sie bewohnen? Wie kalt ist der Winter dort oben?

Für die Vorbereitung und Begleitung der 17 Veranstaltungen zu den Landesliteraturtagen in der Einheitsgemeinde Stadt Gommern bedankte sich Jens Hünerbein herzlich bei Beate Masiowski, Ute Lüdicke und Monika Kuhrt.

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