"100 Projekte für den Frieden" ist eine Aktion des Deutsch-Französischen Jugendwerkes. Ein Projekt führte jetzt junge Leute aus Burg und der Partnerstadt La Roche-sur-Yon zusammen.

Genthin l Wie war das vor 100 Jahren, als in Europa der Erste Weltkrieg ausbrach? Welche Folgen hatte der Krieg für die Menschen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Jugendliche aus Deutschland und Frankreich in der vergangenen Woche. Claudia Zens, Katharina Ebert, Theresa Bloch, Florian Kist und Niklas Schlößner aus dem Burger Roland-Gymnasium recherchierten gemeinsam mit Benoit Panon, Margaux Boiteau, Alexandra Crevoisier, Marie-Lou Gabillard und Laurine Le Floch aus La Roche in alten Dokumenten, befragten betagte Menschen, die zwischen den Weltkriegen aufgewachsen sind, und besuchten Lesungen zum Thema. Angeleitet und begleitet wurden sie dabei von Michéle Cornic und Natacha Caillé sowie von Stefanie Obieglo, Susanne Beck, Peter Hansen und Frank Kopf. Die vier Letztgenannten gehören zur Landesarbeitsgemeinschaft Jugend und Film Sachsen-Anhalt bzw. zum Burger Freundschaftskreis. Beide Vereine hatten sich mit einem gemeinsamen Konzept als Träger eines der 100 Projekte beworben.

Los ging es für die Projektteilnehmer mit einem Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Bialas über den Beginn des Krieges und das Leben von Kindern und Jugendlichen in den beteiligten Ländern. Die Jugendlichen besuchten das Burger Hugenotten-Kabinett, waren zu Gast bei dem 94-jährigen Kurt Scholz und fuhren ins Kreismuseum nach Genthin. Dort sahen sie die Ausstellung "Heeresbericht", die sich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt.

Museumsleiterin Antonia Beran brachte den jungen Leuten auch Geschehnisse an der sogenannten Heimatfront näher. So erzählte sie von einer jungen Frau aus Parey, die einen französischen Soldaten kennen und lieben gelernt hatte. "Die Nachfahren haben sich hier im Museum auf die Spurensuche ihrer Familiengeschichte begeben." Die französischen Gäste waren beeindruckt von der Aufarbeitung der Geschichte, die im Genthiner Museum betrieben wird.

Ebenso spannend fanden es Theresa Bloch, Claudia Zens und Katharina Ebert. "Wir sehen hier, wie sich der Krieg in der Region bemerkbar gemacht hat", meinten Theresa und Claudia.

"Die Eindrücke und Rechercheergebnisse werden am Ende zu einem Film zusammengefasst, der im Offenen Kanal Magdeburg laufen soll", erläuterte der Burger Peter Hansen von der LAG Jugend und Film. Die Projektarbeit der Jugendlichen aus Burg und La Roche wurde von zwei Kameraleuten dokumentiert.

Hansen beeindruckte, wie sehr sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinandersetzten. "Es gibt auch bei den jungen Leuten das Gespür für die Gefahr eines Krieges, gerade was die aktuellen Konflikte angeht." Daher sei es wichtig, dass es solche Projekte gäbe, mit denen die Ursachen und die Folgen eines Krieges aus junger Sicht erforscht würden.

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