Wieder gibt es Ärger in der Burger Lindenschule. In einem weiteren Raum sind ähnliche Probleme wie bereits vor einem Jahr aufgetreten. Eltern kritisieren die Informationspolitik des Landkreises.

Burg l Stefanie Siegel kann die Situation nicht verstehen. Ihr Sohn besucht die vierte Klasse in der Burger Lindenschule und erst kürzlich wurden die Eltern auf einer Konferenz über die erneuten Probleme in einigen Räumen der Einrichtung informiert. "Es wurde Schimmel festgestellt und ein Raum ist wohl voll gesperrt. Ich verstehe nicht, warum nicht gleich mit offenen Karten gespielt wird, denn zum Schuljahresbeginn wurde darüber nichts gesagt", so die aufgebrachte Mutter.

Der Landkreis kündigte beim vergangenen Kreistag bereits Maßnahmen an. Nach Vorstand Bernd Girke sollen zunächst die Deckenplatten ausgetauscht werden. "Ich bin der Meinung, dass es damit nicht getan ist und vor allem wie soll das bei laufendem Schulbetrieb funktionieren?", fragt Siegel und ergänzt: "Ich denke, die Schule braucht eine grundhafte Sanierung." Zu der aktuellen Situation, dem weiteren Prozedere und der Informationspolitik lag bis zum gestrigen Redaktionsschluss keine Stellungnahme aus der Verwaltung vor.

Unfallkasse ist bereits informiert

Die Unfallkasse Sachsen-Anhalt ist bereits über die erneuten Probleme informiert worden. "Der Landkreis hat Messungen durchgeführt und ist in deren Ergebnis nun dabei, durch verschiedene Maßnahmen die Probleme zu beseitigen", sagt Uwe Köppen, Sprecher der Unfallkasse Sachsen-Anhalt. Über den weiteren Fortgang der Arbeiten werde die Unfallkasse durch den Landkreis auf dem laufenden gehalten. "Zusätzliche Messungen durch die Unfallkasse sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorgesehen", betont Köppen.

Hintergrund: Seitens der Lehrerschaft gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Beschwerden hinsichtlich der Beeinträchtigungen der Atemluft in einigen Klassenräumen. Zahlreiche Lehrer klagten über Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel (Volksstimme berichtete). Viele Schüler und Lehrer mussten krank zu Hause bleiben. Daraufhin hat der Landkreis als Eigentümer des Schulobjektes mehrere Messungen vornehmen lassen, um eventuelle Ursachen zu ermitteln und zu beseitigen. Im August 2012 wurden erhöhte Werte bei der Schadstoffkonzentration festgestellt, daraufhin wurden 2013 teilweise neue Möbel angeschafft, Einbauschränke umgebaut und andere Reinigungsmittel verwendet. Kontrollmessungen der Unfallkasse Ende des Jahres 2013 haben den Erfolg der umgesetzten Maßnahmen bestätigt. "Die Messwerte aller relevanten Parameter konnten gesenkt werden", teilte Girke den Kreistagsmitgliedern damals mit. Weitere Maßnahmen bzw. Messungen waren laut Unfallkasse daraufhin nicht mehr notwendig.

Ein knappes Jahr später kommt dann doch wieder die Hiobsbotschaft. Die nun aufgetretenen Probleme sind vergleichbar mit denen vor einem Jahr. Stefanie Siegel hat sich bereits an den Kreistag gewandt, ihr nächster Weg führt sie zum Landrat, kündigt sie an. "Wir bekommen leider keinen Einblick in die Messprotokolle. So kann es einfach nicht weitergehen. Ich werde aber weiter für meinen Sohn kämpfen."