Haben es blinde und sehbehinderte Menschen in ihrem Alltag in Burg schwer? Gibt es noch zu viele Barrieren? Fragen, die am heutigen Tag des weißen Stockes vielerorts aufgegriffen werden.

Burg l Peter Tränkler ist in Burg oft anzutreffen. Und mit ihm der dreijährige Labrador-Rüde Monti, ein ausgebildeter Blindenhund. Verträglich und einfühlsam leitet er sein Herrchen über die Bordsteine, verweist auf schwer zugängliche Stellen, ohne sich dabei ablenken zu lassen. "Ich möchte ihn nicht mehr missen", sagt der 69-Jährige und streichelt seinen Vierbeiner liebevoll. Beide haben sich aneinander gewöhnt. Peter Tränkler weiß, wann der Rüdemann raus muss, um sein Geschäft zu erledigen; Monti merkt genau, wenn es klingelt und das Taxi vor der Tür steht. Denn Autofahren ist auch seine Welt.

Durch Burg zu spazieren, ist für den Rentner, der seit seiner Kindheit an einer Augenkrankheit leidet, zweifellos mit einem führigen Blindenhund eine Erleichterung. Ohne ihn wäre es schon schwieriger, müsste er noch mehr aufpassen und mit dem weißen Stock genau abtasten.

Eine große Hilfe sind dabei die an mehreren Straßen eingebauten, speziellen Übergänge. Das so genannte neue taktile Blindenleitsystem findet sich heute an zahlreichen Straßen, die in den vergangenen Jahren neu gebaut beziehungsweise saniert wurden. Die Kombination zwischen Rillensteinen, die in Längstrichtung zum Weg als Führungslinie dienen, und Noppensteinen, die auf Hindernisse aufmerksam machen, sollen die Orientierung erleichtern, erläutert Fachbereichsleiterin Runa Bohne von der Stadtverwaltung. "Bei allen Straßenbauvorhaben haben wir dieses Blindenleitsystem neben den Laufbändern installiert. Eingebunden in diese Entscheidungen ist auch der städtische Inklusionsausschuss", erläutert sie. Ohnehin fordert das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen eine barrierearme Gestaltung des öffentlichen Raumes. Elf solche Übergänge finden sich derzeit in Burg. Peter Tränkler bezeichnet sie als "sehr nützlich. Nicht nur für uns Sehbehinderte, auch für Ältere oder Leute, die körperlich beeinträchtigt sind und es schwer haben, Straßen zu überqueren."

Heute, am Tag des weißen Stockes, zieht Peter Tränkler ein optimistisches Resümee: "Es hat sich in puncto Barrierefreiheit in Burg viel getan, alles auf einmal geht nun mal nicht." Und mit Monti an seiner Seite ist der Alltag auch noch munterer geworden.