Burg l Die Zeiten dicker Papierberge werden ab Mitte kommenden Jahres beim Burger Stadtrat der Vergangenheit angehören. Das Gremium hat mehrheitlich der Einführung der papierlosen Ratsarbeit zugestimmt und damit den Weg frei gemacht, dass künftig die Beschlüsse und weitere Dokumente mittels Internet auf einem Tablet (iPad) eingesehen und bearbeitet werden können. Ganz ohne Bedenken ging die Diskussion nicht über die Bühne. Auch deshalb, weil einige Stadträte bislang wenig Berührungspunkte mit Internet und Computernutzung haben.

Der Leiter des Bürgermeisterbüros, Bernhard Ruth, hatte im Vorfeld der Abstimmung für das Projekt geworben. Die Kreisstadt habe sich in den vergangenen Monaten stark an Genthin orientiert, wo die Stadträte seit über einem halben Jahr mit iPads arbeiten und dies ohne Probleme funktioniere. Auch ältere Stadtratsmitglieder hätten sich schnell an das moderne Verfahren gewöhnt, worüber auch die Volksstimme im Gespräch mit dem ältesten Volksvertreter der Nachbarstadt, Horst Leite (78), berichtet hatte.

Die iPads sind Eigentum der Stadt Genthin und den Räten zur Verfügung gestellt worden. Diese Verfahrensweise strebt auch die Stadtverwaltung in Burg an. In diesem Zusammehnag soll es auch möglich sein, dass private iPads genutzt werden können. "Die entsprechenden Apps müssten dann installiert werden", sagte Ruth.

Da auch zahlreiche Bauleitplanungen mit Karten und Zeichnungen behandelt werden, sollen diese künftig bei den Sitzungen über einen Beamer großflächtiger dargestellt werden, um die Übersicht zu vereinfachen, kündigte der Büroleiter an.

Die papierlose Ratsarbeit soll sich nur auf die Arbeit des Stadtrates und seiner Ausschüsse beziehen und nicht der Ortschaftsräte. Dafür werden derzeit im Jahr ungefähr 240.000 Druck- und Kopierseiten pro Jahr benötigt. Das entspricht mit Versand und Boten Kosten von knapp 26.000 Euro. Mit iPads wird zunächst nur von einer geringeren Einsparung ausgegangen.