Kleidung, Schuhe, Fahrräder, Lebensmittel, Spielzeug: Gestern Vormittag wurde der Lkw der Rumänienhilfe Gommern beladen. Stundenlang hatten die Frauen und Männer zu tun, die Hilfsgüter platzsparend und sicher auf der Ladefläche zu verstauen.

Gommern l Als gestern Morgen um 8.25 Uhr der Lkw endlich in die Fuchsbergstraße einbog, hielt es die Mitglieder und Unterstützer der Rumänienhilfe Gommern nicht mehr auf ihren Plätzen. Sie wollten anpacken. Wieviel Arbeit vor ihnen lag, konnte jeder erahnen, der ein Blick in das bis unter die Decke gefüllte Lager nahe des Volkshauses warf. Ordentlich gestapelt befanden sich dort die Kisten mit den Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, Öl und Zucker, Säcke über Säcke mit Bekleidung und ein Abteil für Fahrräder, Rollatoren, Werkzeuge und ein Sauerstoffgerät, das ein hiesiger Arzt einem rumänischen Kollegen schickt.

Die Hilfsbereitschaft für arme Menschen in Zvoristea ist in Gommern und Umgebung nach wie vor ungebrochen. Viele Hilfsgüter erreichten Familie Nickel in der vergangenen Woche, als offizielle Abgabetermine angeboten wurden, aber auch schon zuvor hatten Leute gespendet. Parallel zur Annahme wurde in der vorigen Woche begonnen, die Pakete zu packen.

"Es ist wichtig, dass die Pakete voll sind, damit sie sich gut stapeln lassen und nicht ins Rutschen geraten können", erklärte Karl-Heinz Nickel. Die Ladung müsse gut gesichert sein. Darauf hatte gestern Vormittag der Lkw-Fahrer ein Auge, der tief im Bauch des Anhängers die Hilfsgüter stapelte und über Dolmetscherin Claudia, die ebenfalls fleißig half, den Gommeranern erklärte, ob gerade Säcke voller Kleidung oder Fahrräder oder Pakete in den Lkw geräumt werden sollen. Per Menschenkette, denn von Hand zu Hand geht es am schnellsten. Hin und wieder wanderte von Mund zu Mund die Warnung mit: "Achtung, schwer!". Die Stimmung unter den Helfern war gut. Jeder wusste, wo seine Arbeitskraft gebraucht wurde.

Eigentlich hatte am Dienstagabend schon Vorarbeit geleistet werden sollen. Eine Theke für die Bäckerei tritt ebenfalls die Fahrt nach Zvoristea an. Aber die Helfer warteten am Abend vergebens auf den Lkw. Der hatte bei Arendsee Kartoffeln geladen und steckte in der Altmark in einem stundenlangen Stau fest, nachdem sich vor ihm ein Unfall ereignet hatte. Aber am Mittwochmorgen war die Theke auch in wenigen Minuten verladen. Die Ladefläche des Transporters hatte die gleiche Höhe wie der Anhänger des Lkw, so dass mit vielen Händen die schwere Fracht hinübergetragen werden konnte.

"Kleine Textilien!", lautete jetzt die Forderung. Mit den schmalen Beuteln sollten die Freiflächen der Theke ausstaffiert werden, damit jeder Zentimeter ausgenutzt werden konnte.

Dann wurde die Plattform an den Tritt gestellt und ein einfaches Ein- und Aussteigen von der Ladefläche war möglich.

Manche Pakete sind mit Flatterband markiert. Das bedeutet, dass sie eine bestimmte Familie als Adressaten haben. Noch während der Lkw beladen wurde, hielten Autofahrer an und gaben ihre Spenden ab. Darunter Schuhe, Kleidung, Kindersachen.

"Die Resonanz war wieder gewaltig", sagte Karl Heinz Nickel. Inzwischen strahle die Rumänienhilfe Gommern fast auf den ganzen Landkreis Jerichower Land aus. "Wir haben nicht alle Spenden annehmen können. Manche mussten wir vertrösten, bis unser Lager geräumt ist." Dort wartet auf die Vereinsmitglieder zusätzliche Arbeit. Zweimal hat es schon reingeregnet.

Der Lkw fuhr gestern nach dem Beladen gleich los.

Die Rumänienhilfe schickt jährlich zwei Hilfstransporte nach Zvoristea, jeweils nach Ostern und Erntedank.

 

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