Burg l Die erneuten Probleme in der Burger Lindenschule haben für Kritik unter den Eltern gesorgt. Die Kreisverwaltung betont aber, dass der nachgewiesene Schimmelpilz keine Gefahr für die Gesundheit darstelle. Zudem seien alle Aktivitäten jeweils mit den Schulleitungen und dem Landesschulamt abgestimmt gewesen. Diese seien auch im Besitz sämtlicher Mess- und Prüfergebnisse. "Öffentlich geäußerte Einzelmeinungen, dass der Landkreis nicht mit offenen Karten spielt und über Messergebnisse und Sanierungsmaßnahmen nicht ausreichend informiert, sind völlig haltlos", betont Kreissprecher Henry Liebe.

Rückblick: Der Raum 210 im Dachgeschoss der Lindenschule wurde im Februar dieses Jahres aufgrund einer anhaltenden Geruchsbelästigung seitens des Landkreises für Schulzwecke gesperrt. Feuchtigkeitsmessungen haben aber zu keinen Befund geführt. Am 18. März wurden vom Gesundheitsamt des Landkreises Raumluftmessungen zur Bestimmung von leicht-flüchtigen organischen Verbindungen durchgeführt. "Im Ergebnis war die Konzentration bei zwei der ermittelten chemischen Verbindungen leicht über dem für Innenräume durchschnittlichen Bereich, aber unterhalb des festgelegten Richtwertes", erklärt Liebe. Zur Bestimmung der Schimmelpilzkonzentration in der Raumluft wurde eine Materialprobe von der Mineralfaser-Rasterdecke genommen. "Die ermittelten Schimmelsporenkonzentrationen liegen in einem für Innenräume tolerablen Bereich," sagt der Kreissprecher. Die nachgewiesenen Schimmelpilze seien überall verbreitet, würden aber keine Gefahr für die Gesundheit darstellen.

"Einzelmeinungen, dass der Landkreis nicht mit offenen Karten spielt, sind völlig haltlos." - Henry Liebe, Kreissprecher

Zur weiteren Ursachensuche wurden daraufhin alle Möbel entfernt, Installationsbereiche geöffnet, Rasterdecken entfernt, stichprobenartige Überprüfungen der Dämmung zum Dachraum vorgenommen und Materialproben des Fußbodenaufbaus geprüft. Aber erst nach der Entfernung des Fußbodenbelags einschließlich des Klebers sowie der Erneuerung des Belags wurden keine auffälligen Geruchsbelästigungen mehr festgestellt. "Es besteht aber kein Zusammenhang mit den Geruchsbelästigungen und den daraus sich ergebenden Beschwerden der vergangenen Monate", macht Liebe deutlich. Lehrer hatten verstärkt über Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelanfälle geklagt.

Beim Raum 210 handele es sich um einen Einzelfall, der nach der beschriebenen Untersuchung und Sanierung abgeschlossen sei. Diese Maßnahmen haben Kosten von 5000 Euro verursacht. Dennoch war auf Teilbereichen der Rückseiten der Rasterdeckenelemente ein inaktiver Schimmelpilzbefall erkennbar. Laut Kreisverwaltung scheint die Ursache in den verwendeten Materialien der Deckenelemente zu liegen. "Es besteht aber auch hier keine Gesundheitsgefährdung", so Liebe. Seitens des Landkreises wurde dennoch entschieden, "aus vorsorglichen Gründen" die Deckenelemente in allen Räumen der Lindenschule und der Theodor-Neubauer-Schule zu ersetzen. Diese Maßnahmen sollen unter Berücksichtigung der schulischen Nutzung zwischen November 2014 und Mai 2015 durchgeführt werden.