Der Biederitzer Ortschaftsrat hat Ortsbürgermeister Carsten Schneider beauftragt, er möge im Gemeinderat die Aufhebung eines Beschluss zur umfassenden Neugestaltung des Friedhofes einschließlich des Neubaus einer Trauerhalle, beantragen.

Biederitz l "Ich war nie ein Verfechter einer neuen Trauerhalle", sagte Ratsmitglied Dr. Peter Sanftenberg und deutete damit an, dass das Vorhaben schon immer umstritten war. Trotz einiger Kritiker ist im Jahre 2010 der Beschluss zum Neubau und zur Neugestaltung des Friedhofes gefasst worden. Doch in Angriff genommen wurde das Projekt nie. Es fehlte und fehlt weiter am Geld. Allein eine neue Friedhofsmauer ist errichtet worden. Die alte war nahe dran, in sich zusammen zu fallen.

Doch so wie die Trauerhalle jetzt ist - ohne Toilette und manchmal auch zu beengt - soll sie nicht bleiben. Lauter wird wieder der Ruf, endlich für die sanitäre Einrichtung zu sorgen. Es gibt lediglich ein Trockenklo, das nicht benutzt wird. Auf dem Areal des Friedhofes liegt keine Schmutzwasserleitung.

Deshalb meinen die Ortschaftsräte, dass es möglich sein müsste, in einer versteckten Ecke eine Dixi-Toilette aufzustellen.

Und auf jeden Fall sollte über dem Eingang der Trauerhalle ein Vordach gebaut werden, damit die Trauergäste bei einer großen Beerdigung wenigstens ein wenig geschützt sind.

Dr. Sanftenberg meinte, dass neue Wegführungen nicht notwendig seien, wichtig jedoch wäre die Herstellung eines einheitlichen Höhenniveaus und die geordnete Anlage der Grabfelder. Er rät zu einer gemeinsamen, öffentlichen Begehung mit interessierten Biederitzer Bürgern.

Willtraud Friedrichs ergänzte, man sollte sich einen Friedhofsgärtner als Berater suchen. Der Kulturausschuss müsste sich dem Thema annehmen.

Einstimmig fiel die Abstimmung aus. Ortsbürgermeister Carsten Schneider soll für den Bau eines Vordaches und für die Aufhebung des Beschlusses zum Neubau der Trauerhalle sorgen.

Eine Ausschreibung für das Projekt hatte 2009 stattgefunden. Als Sieger ging das Biederitzer Büro "Archigrafik" hervor. Insgesamt sind damals die Kosten mit rund 270 000 Euro beziffert worden.