Der Herbst ist für die Teichwirtschaften die Zeit des Abfischens. Dann wird aus den großen Teichen das Wasser abgelassen und die Speisekarpfen kommen in die Hälterbecken. Auch an den Lochower Teichen sind die Karpfen in ihr Winterquartier umgezogen.

Lochow l An diesen Tagen steht dem Fischwirt Gunter Thiem das Wasser bis zum ..., na, sagen wir mal, Bauchnabel. Denn wenn an den Teichen 1 und 2 der Lochower Teichwirtschaft das Abfischen beginnt, steigt der Fischwirtschaftsmeister selbst in das kühle Nass. In den Tagen davor war das Wasser aus den jeweils 12,5 Hektar großen und gut ein Meter tiefen Teichen herausgelassen worden. Die geschuppten Bewohner sahen sich gezwungen, mit fallendem Wasserpegel in dem kleinen, tiefen Becken in einer Ecke des großen Teiches Zuflucht zu suchen. Doch hier warten schon Thiem und seine Helfer mit den Käschern und den Netzen ...

Immer enger fassen die Männer in den Wathosen das Netz, dann werden die Fische mit Käschern abgefischt und nach Größe und Art auf große gelbe Bottiche verteilt.

Eingespieltes Team

Die Helfertruppe hat sich in den Jahren um die Jahrtausendwende gebildet. Es sind viele Handballer des Möckeraner Turnvereines (MTV) darunter. "Mit meinem Schwager fing es an, inzwischen ist fast die halbe Mannschaft mit dabei, wenn das Abfischen ansteht", freut sich Gunter Thiem. Er weiß dabei ein perfekt eingespieltes Team um sich, das in Lochow ausnahmsweise auch mal gerne hinter sich ins Netz greift. "Es ist eine schöne Abwechslung zum Beruf am Schreibtisch", sagt Benny Weigel, während er mit seinen MTV-Kollegen Mike Ehret, Tobias Kremser und Matthias Walter auf einem Traktor zum x-ten Mal drei Riesenbottiche mit etlichen Spiegelkarpfen zu den Hälterbecken kutschiert. Für die zweitägige Aktion nehmen sich einige der bis zu 16 Helfer sogar Urlaub.

Nach zwei Tagen ist die Ernte eingeholt. 15 Tonnen Speisekarpfen mit einem Durchschnittsgewicht von 1,5 bis drei Kilogramm tummeln sich den Winter über in den Hälterbecken. Die meisten dieser drei Jahre alten Fische werden an den Weihnachtstagen und zum Jahreswechsel auf den Tellern der Kundschaft von Gunter Thiem landen. Besser kommen da die zweijährigen Satzkarpfen weg, die im kommenden April noch einmal in die Teiche gesetzt werden.

In den Netzen landen auch je zwei Tonnen Schuppen- und Graskarpfen und als Beifang Weißfisch, Zander und Hechte. Die abgelassen Teiche bleiben bis Februar März trocken, bevor erneut Ehlewasser den Boden bedeckt. Für alle Angelfreunde gibt es noch zwei weitere Teiche bei Gunter Thiem.

 

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