Wie gut beherrsche ich in einer Gefahrensituation mein Auto? Das wollten am Sonnabend zehn Personen beim Fahrsicherheitstraining der Verkehrswacht wissen. Bei 30 Veranstaltungen in fünf Jahren wurden mittlerweile 330 Teilnehmer erreicht.

Burg l Es quietscht. Maximilian Richter steigt auf einer präparierten festen Schneedecke in die Eisen. Sein Auto schlingert. Der Bremsweg scheint endlos. Danach das gleiche Spiel auf normalem Asphalt. Das Auto steht praktisch sofort. "Wir wollen hier zeigen, wie die Kraftfahrzeuge auch bei unterschiedlichen Bodenbelägen reagieren. Das zu üben, ist wichtig", sagt Dr. Hans-Ulrich Franke vom Auto Club Europa, der das Fahrsicherheitstraining der Verkehrswacht Jerichower Land auf dem Gelände der Bundeswehr leitet.

Wieder haben sich zehn Teilnehmer gefunden, die die Grenzen des eigenen Pkw austesten wollen. Die Veranstaltung am Sonnabend war ein kleines Jubiläum des Fahrsicherheitstrainings in der Kreisstadt. Zum 30. Mal in fünf Jahren fand es statt. "Insgesamt haben wir mit unseren Trainings 330 Menschen erreicht, damit sind wir sehr zufrieden", macht Franke deutlich. Doch nicht nur das Bremsen spielt eine Rolle am Sonnabend, sondern auch der Elchtest, es wird das Ausweichen eines Hindernisses geprobt und die Nützlichkeit von Assistenzsystemen wie dem ESP (Elektronisches Stabilitäts- Programm) oder der ASR (Antriebsschlupfregelung) werden aufgezeigt. Franke gibt auch Hinweise zur richtigen Sitzposition. "Im Falle eines Unfalls kann das schwerere Verletzungen vorbeugen", erklärt der Vorsitzende des Automobilclubs.

Die Teilnehmer sind bunt gemischt. Neben Privatleuten nehmen auch Unternehmen an der Übung teil. Marie Koch vom Magdeburger Jugendhilfeverbund will mit ihrem Kleinbus sicherer werden. "Ich transportiere Säuglinge und Kleinkinder und trage dafür dann natürlich auch die Verantwortung. Da kann es nicht schaden, etwas für die Sicherheit zu tun", begründet sie ihre Teilnahme. Für Maximilian Richter ist es bereits das zweite Fahrsicherheitstraining. "Es war eine schöne Veranstaltung. Gerade im Winter wurde ich dadurch sicherer, wenn ich auf Schnee oder Matsch unterwegs war. Ich will einfach wissen, wie mein Auto bei gefährlichen Situationen reagiert", sagt er.

Für Franke ist es gerade in der kommenden Zeit wichtig, etwas für die Sicherheit zu tun. "Der Herbst-Blues wird uns erwischen", sagt der Trainer. Es werde wieder früher dunkler, dazu kommen Nebel und Niederschlag, oft leide darunter die Konzentration der Autofahrer. Darum empfiehlt der Vorsitzende des Autoclubs defensives Fahren. "Gerade in Waldgebieten sollte die Geschwindigkeit gedrosselt werden. Auch wenn 100 erlaubt sind, würde ich dort nur 70 bis 80 fahren, denn die Tiere sind unberechenbar", macht Franke deutlich. Zudem mahnt er, jegliche Ablenkungen zu vermeiden. "Wenn man im Auto telefoniert, dann nur mit einer Freisprechanlage. Auch für das Rauchen sollte man eine Pause einlegen", betont er.