Die Biederitzer Ortschaftsräte wollen den Weg zur Gestaltung des einstigen Kinoplatzes frei machen. Dazu soll ein alter Beschluss zur Errichtung eines großen Gemeindezentrums zurück genommen werden.

Biederitz l Der Biederitzer Ortsbürgermeister Carsten Schneider soll auf einer Sitzung des Gemeinderates den Antrag stellen, die Gemeinderäte sollen den Beschluss zur Bebauung des Platzes am Rande der Kantorwiese aufheben, so der einmütige Wille der Biederitzer Ortschaftsräte.

Das ist dann wohl fast auch der einzige Beschluss zum Projekt Gemeindezentrum Biederitz, dem die Gesamtheit eines Rates zustimmt. Das Vorhaben ist umstritten seit seiner Existenz. Dass der hässliche Platz mitten im alten Biederitzer Ortskern zwar ein Filetstück, aber in der Wirklichkeit ein Schandfleck ist, ist unumstritten. Nur die Gestaltung spaltete vor allem in den Jahren 2010 und 2011 die Biederitzer Gemeinde.

Inzwischen ist klar, dass das einstige ehrgeizige Projekt zum Bau eines großen, modernen Gemeindezentrums nicht mehr realisierbar ist. Nicht nur, dass die Biederitzer Gemeindekasse die notwendigen rund 2,5 Millionen Euro weiterhin nicht her gibt, mit dem Bau des Ortsgemeinschaftshauses an Stelle des desolaten Anglerheims vor zwei Jahren ist auch die Notwendigkeit hinfällig.

Doch die Frage steht: Was soll mit dem Platz, der jetzt als aufgeschotterter Parkplatz sein Dasein fristet und "optisch ein Debakel ist", wie Ortsbürgermeister Schneider sagte, geschehen?

Im Biederitzer Ortschaftsrat ist nicht ausgeschlossen worden, dieses Areal zum Verkauf anzubieten. Rund 1600 Quadratmeter ist die Fläche groß. Insgesamt erscheint sie größer, aber eine Teilfläche ist bereits verkauft worden und die große Linde, die auf Initiative Biederitzer Bürger zum Naturdenkmal erklärt worden war, schränkt das Flächenangebot weiter ein. Rund um den Baum sind über 100 Quadratmeter tabu.

Sollte es zu einem Verkauf kommen, müsste die künftige Bebauung mit dem Rat als Vertretung der Bürger abgestimmt werden, formulierten die Abgeordneten ihre Forderung.

Ortsbürgermeister Schneider könnte sich ein kleines Ärztehaus vorstellen, in dem auch die örtliche Bibliothek ihr Domizil bekommt. Doch es sei schwierig, Ärzte nach Biederitz zu bekommen. Obwohl es zum Beispiel großen Bedarf an einer Kinderärztin gäbe, würde die Kassenärztliche Vereinigung für Biederitz keine Zulassung erteilen, sagte Schneider. Diskutiert worden ist auch schon einmal über den Bau von altersgerechten Wohnungen.

Der Biederitzer Ortschaftsrat wird sich auf einer der nächsten Sitzungen einer möglichen Nutzung zuwenden.

Bilder