Mit regelmäßig 40 bis 50 Zuhörern hat sich die Reihe 40 Minuten Orgelmusik in Dornburg etabliert. Im nächsten Jahr gibt es eine Neuauflage.

Dornburg l Das war spitze. Als der schwedische Organist Bengt Tribukait Ende August bei den 40 Minuten Orgelmusik in der Dornburger Kirche zu Gast war, spielte er vor einem 90-köpfigen Publikum. Mehr passen kaum in das Gotteshaus hinein. In der Regel sind es 40 bis 50 Besucher, die sich die kleinen Konzerte nicht entgehen lassen wollen.

Dass gerade 40 Minuten gespielt werden, hat einen guten Grund. Angebote von 30 Minuten Orgelmusik gibt es schon anderswo und der Musikgenuss ist für Roland Theuring, Kantor i.R., der die Orgelmusiken in Dornburg organisert, ein wenig zu kurz. 40 Minuten seien gerade richtig. Wenn der eine oder andere Organist mal fünf oder zehn Minuten länger spielt, haben die Zuhörer natürlich nichts dagegen.

Neben Radtouristen, die auf dem Elberadweg per Zufall zu der Orgelmusik Dornburg passieren und sich die Pause gönnen, kommen viele Besucher aus der näheren Umgebung, die das Konzert ebenfalls mit einem Radausflug verbinden. Falls dann eine Veranstaltung mal weniger besucht ist, kann es gut möglich sein, dass an diesem Sonnabendnachmittag das (Radler-)Wetter einfach nicht stimmt.

Obwohl die Dornburger Orgel einen sehr schönen Klang hat, ist es für Ronald Theuring nicht ganz einfach, die Organisten für die Reihe zu finden. Meist reicht der Rundbrief, den er zu Jahresbeginn verschickt, nicht aus, um Musiker für alle Termine zu begeistern. Dann setzt er sich mit Kollegen persönlich in Verbindung.

Nicht jeder Nachmittag muss dem Orgelspiel gewidmet sein. Auch die Chorkonzerte oder das Harfespiel treffen auf Resonanz.

Sicher ist, dass es im nächsten Jahr wieder 40 Minuten Orgelmusik in der Dornburger Kirche geben wird. Voraussichtlich im Mai 2015 findet die erste Veranstaltung statt.

Dabei hatte Roland Theuring die Orgel in der Dornburger Kirche kennengelernt, als man überhaupt nicht auf ihr spielen konnte. Die Idee, die "inzwischen sehr verfallene" Orgel wieder spielbar machen zu lassen, geht auf seinen Kollegen Rolf Bröcker zurück.

Vor zehn Jahren gab es ein "sehr desolates und nicht spielbares Orgelwerk, das aber beim genauen Betrachten interessante historische Rückschlüsse erkennen ließ". Dazu gehört beispielsweise die Annahme, dass die Orgel ursprünglich von hinten bespielt wurde und der Spieltisch vermutlich erst 1864 nach vorne verlegt wurde. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war die Dornburger Orgel zum letzten Mal überholt worden. Sie erhielt damals 17 klingende Prospektpfeifen und war gründlich gereinigt und repariert worden. Um dann schließlich wieder in einen Dornröschenschlaf zu fallen ...

Stefan Schüler, Erhard Micklisch und Roland Theuring haben die Geschichte der Dornburger Orgel anlässlich ihrer jüngsten Restaurierung detailliert zusammengetragen.

Im Frühjahr 2012 war die Orgel schließlich durch die Halberstädter Orgelbaufirma Reinhard Hüfken restauriert worden. "Wenn wir die Geschichte dieser Orgel überblicken und bedenken, wer eingreifend an ihr gearbeitet hat, der jeweiligen Zeit entsprechend, dann müssten wir wohl von einer Sperling-Hoff-Hüfken-Orgel sprechen", erklärte Roland Theuring.