Statt 171 Kilogramm pro Einwohner im Jahr 2012 wurden 2013 nur noch 165 Kilogramm an privatem Hausmüll eingesammelt. Das zeigt die aktuelle Abfallbilanz der Abfallwirtschaftsgesellschaft Jerichower Land (AJL). Beim Biomüll gibt es noch Nachholbedarf.

Burg/Genthin l Für das laufende Jahr prognostiziert AJL-Geschäftsführer Dr. Henning Gehm noch einen weiteren Rückgang und rechnet mit 159 Kilogramm pro Einwohner. "Das wären dann schon 600 Tonnen weniger, und das kann sich eigentlich sehen lassen", sagt er. Des Weiteren wurden im Jahr 2013 33 Kilogramm Sperrmüll pro Einwohner eingesammelt. "Das Abrufkartensystem sowie die Abgabemöglichkeit an den vier Kleinannahmestellen ist inzwischen etabliert", fasst Gehm die Zahl zusammen.

Die Sammelmenge der Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Papier und Glas, die über das duale System entsorgt werden, liegt mit 68 Kilogramm pro Einwohner leicht unter Landesdurchschnitt 2012 (74 Kilogramm). "Die Einführung der gelben Tonne wird hier voraussichtlich zu einer besseren Erfassung des Kunststoffanteils führen, da ein Teil der Verpackungen bislang im Restmüll zu finden war, wie eine Sortieranalyse ergab", so der AJL-Geschäftsführer.

Während die Grünschnittsammlung 2013 mit 193 Kilogramm pro Einwohner bundesweit im oberen Mittelfeld lag, ist die Erfassungsquote beim Bioabfall leicht gesunken. Mit 85 Kilogramm pro Einwohner wird der vom Umweltbundesamt veröffentlichte Zielwert von 120 Kilogramm deutlich verfehlt. "Generell ist der Wert kein schlechter, aber im Vergleich zu den westlichen Bundesländern hinken wir doch ein ganzes Stück hinterher", sagt Gehm. Der Geschäftsführer ist sich allerdings sicher, dass durch die ab 2015 gesetzlich vorgeschriebene flächendeckende Erfassung von Bioabfällen mittels Biotonnen auch die Erfassungsquote dieser Stoffe, zu denen auch Lebensmittelabfälle aus Privathaushalten zählen, verbessern lassen. Die Lebensmittelabfälle machen derzeit noch 15 Prozent des Restmüllanteils aus, da sie laut AJL selbst bei Eigenkompostierern nicht über den Kompost verwertet, sondern über die Hausmülltonne entsorgt werden. "Wir können das vorgegebene Ziel erreichen, wenn wir die Anschlussquote der Biotonne (derzeit 65 Prozent) gerade im ländlichen Raum weiter erhöhen", so Gehm. Dazu werde gerade ein entsprechendes Konzept seitens des Landkreises erarbeitet.

99 Prozent aller Abfälle werden heutzutage einer Verwertung zugeführt. Entweder werden sie verbrannt, werkstofflich verarbeitet oder Kompost daraus gewonnen. "Lediglich Stoffe wie Asbest und Schadstoffe aus Haushalten werden noch beseitigt", erklärt Gehm. 2015 soll möglichst noch mehr getrennt werden. Vor drei Jahren wurde an den Kleinannahmestellen begonnen, größere Kunststoffteile, wie beispielsweise ein Bobby-Car, zu trennen. Privat werden derartige Teile noch mit dem Sperrmüll abgefahren. "Auch hier müssen Konzepte erarbeitet werden. Was da insgesamt alles so eingesammelt wird, muss nicht unbedingt immer verbrannt werden. Hier könnte der Kreis einige tausend Euro sparen, denn verbrennen ist immer das teuerste", betont der AJL-Geschäftsführer.