Der Vielseitigkeit des Werkstoffs Glas scheinen kaum Grenzen gesetzt, immer neue Einsatzbereiche werden erschlossen, entsprechende Glasqualitäten entwickelt, funktionell, kreativ, zukunftsweisend. Hohenstein-Isolierglas in Redekin will seinen Kunden die schier unendlichen Möglichkeiten aufzeigen.

Redekin l Als Ferdinand Hohenstein im Februar 1879 - vor über 135 Jahren - seine eigene Glaserei in Jerichow gründete, konnte er nicht ahnen, wohin sich dieses Handwerk einmal entwickeln würde und dass sein Urenkel einmal ein Unternehmen mit 38 Mitarbeitern, davon sechs Lehrlingen, führen würde, mit Kunden im Umkreis von etwa 180 Kilometern, manchmal noch mehr.

Der Weg zu diesem erfolgreichen Unternehmen war nicht geradlinig. Es gab Hürden zu überwinden und Tiefpunkte, wie die Insolvenz im Jahr 2001 nach Zahlungsausfällen in Größenordnungen. Dank der Unterstützung vieler gelang damals der Neustart.

Der Umzug von Jerichow nach Redekin begann 1992 mit dem Bau der ersten Produktionshalle hier im Gewerbegebiet. 1997 wurde diese um 5 000 Quadratmeter vergrößert, und so ging es Schritt für Schritt weiter.

Jetzt ist die Halle im Lager- und Zuschnittbereich nochmals um 18 Meter verlängert worden. Denn die weitere Modernisierung und Automatisierung der gesamten Produktion, die bei Hohenstein-Isolierglas für die nächsten Jahren geplant ist, hat ganz am Anfang der Produktionskette begonnen: Im Zuschnitt. Gab es hier im Lager früher 40 Stellplätze für verschiedene Glassorten, so sind es heute um die hundert. "Die Anforderungen der Kunden sind groß geworden, die Vielfalt der Gläser nimmt täglich zu", begründet Knut Jäger, Prokurist im Unternehmen. Zu bewältigen wäre die Bereitstellung der verschiedenen Glassorten für den Zuschnitt aber nicht ohne die wichtigste Neuerung hier: Ein Portalkran findet automatisch das richtige Glas und bedient die beiden Zuschnittlinien - die Floatlinie und die Verbundsicherheitsglaslinie. Nur etwa 120 Sekunden pro Vorgang benötigt er dazu. "Wir haben es noch nicht geschafft, so viel Glas abzunehmen, dass der Kran nicht hinterherkommt", sagt Knut Jäger, sehr zufrieden mit dieser neuen Technik.

Beim Rundgang durch den Betrieb zeigt er unter anderem die Herstellung von Verbundglas. Er zeigt verschiedene Beispiele für Glasprodukte - Türen, Tische, Geländer, begehbare Fußböden, Glas mit farbigen Bildern, das zum Beispiel anstelle eines Fliesenspiegels in der Küche Verwendung findet, und vieles mehr. Er erklärt, dass farbiges Glas kaum noch hergestellt wird, sondern entweder direkt farbig bedruckt wird oder mit farbig bedruckter Folie veredelt wird. Auch der entsprechende Digitaldruck ist hier jetzt möglich: Bilder nach Wunsch können zum Beispiel Glastüren zieren.

Hohenstein-Isolierglas konzentriert sich heute auf das Kerngeschäft und ist nun reiner Produzent und Glasgroßhändler. Umso mehr sind partnerschaftliche Beziehungen zu den Kunden wichtig. "Das ist auf lange Sicht der bessere Weg", betont Hermann Hohenstein. "Wir betreiben einen hohen Aufwand, um unsere Kunden zufriedenzustellen."

Zum Team gehören viele jungen Leute, die nach der Lehre hier einen interessanten Job bekamen. "Der Beruf ist heute so vielseitig - keine Ahnung, was noch alles passieren wird!"

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