Um den Haushalt in den Griff zu bekommen, muss Burg den Rotstift ansetzen. Auch bei der Stadthalle. Die Verwaltung fährt dabei zweigleisig: Einerseits wird der Verkauf geprüft, andererseits sollen auch Möglichkeiten ausgeschöpft werden, den Zuschuss zu verringern. Ein Spagat.

Burg l Die Stadthalle als Kul-tureinrichtung für Burg und die umliegenden Orte zu erhalten und zeitgleich die Kosten zu dezimieren, ist eine schwierige Aufgabe. Das machte Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses klar. Denn der Punkt Stadthalle ist Teil des Konsolidierungskonzeptes, das notwendig ist, weil ein aktueller Fehlbetrag von rund 3,9 Millionen Euro zu Buche steht (Volksstimme berichtete) und das Donnerstagabend mit dem Etat für 2014 zur Abstimmung steht. Ziel sei es in jedem Fall, den Kostendeckungsgrad zu erhöhen, ohne dass die Stadt auf die Einrichtung verzichten will.

Eine Privatisierung der Stadthalle ist grundsätzlich möglich, so Rehbaum. Und letztlich auch eine Sache der Vertragsparteien, inwieweit Veranstaltungen für die Bürger und im Interesse der Stadt gesichert werden könnten. Allerdings müsse sich auch diese Form der Betreibung rechnen, was wiederum hundertprozentig nahezu ausgeschlossen ist. "Denn Häuser dieser Art müssen so gut wie immer mit Zuschüssen leben", so Rehbaum. Die Folge: Die Stadt würde weiter einen gewissen finanziellen Betrag pro Jahr sicherstellen. Wenn sich die bisherige Summe von rund 500 000 Euro deutlich verringern würde, wäre dies unterm Strich aber immer noch ein Schritt in Richtung Haushaltskonsolidierung.

Auf der anderen Seite geht die Stadt auch weiter davon aus, als Besitzer der Einrichtung die Weichen für die Zukunft zu stellen. Da die bisherige Kulturmanagerin Jutta Junge in den nächsten Tagen in den Ruhestand geht, steht die Suche nach einem Nachfolger mit großem Erfahrungsschatz auf dem Plan. Seit Montag nimmt der Mitarbeiter des Bürgermeister-Büros, Alexander Tippelt, für ein halbes Jahr diesen Platz ein.

Künftig bräuchte das Haus noch mehr Veranstaltungen, "die locken", so der Bürgermeister. Er zieht in diesem Zusammenhang auch in Erwägung, die Burg-Information möglicherweise in das Gebäude zu integrieren - auch wegen der örtlichen Nähe zum Areal der Landesgartenschau 2018 und als Besuchermagnet in Verbindung mit Gastronomie. Der Vorschlag ist in den Ausschüssen auch nach Fertigstellung der Tourismusstudie kurz diskutiert worden und stößt auf ein geteiltes Echo. Dominik Patté (SPD-Fraktion) war "verwundert" darüber. Die Burg-Info sollte in die Stadtmitte, und dazu zähle die Lage der Stadthalle nicht unbedingt, sagte er. Zudem sei dieser Fakt nicht in den Workshoprunden erörtert worden, kritisierte er.

Das stimme, entgegnete Rehbaum auf Nachfrage der Volksstimme. "Allerdings wurde die Frage des Standortes der Tourist-Info nachträglich im Rahmen der Tourismusstudie untersucht." Bei der Auswahl zwischen Bibliothek, Stadtwerke-Büro und Stadthalle habe die Stadthalle die höchste Punktzahl bekommen. Und unter dem Gesichtspunkt der Konsolidierung und des effektiven Personaleinsatzes werde das Objekt favorisiert.

Fest steht erst einmal: Der Vertrag mit dem bisherigen Caterer, Ratswaage Magdeburg, wurde zum Jahresende gekündigt. Ein Grund: Vereine und Institutionen hätten sich in den vergangenen Monaten zurückgezogen, weil es keine Einigung zu den Preisen und Defiziten gegeben habe. Vorerst werden nun Gastronomen die Bewirtschaftung von Fall zu Fall übernehmen.