Der Kreis-Kinder- und Jugendring Jerichower Land (KKJR), der die Begegnungsstätte in der Siedlung Ost in Burg betreibt, akzeptiert die Kündigung durch die Stadt, um die Kita "Kinderparadies" als Gesamtobjekt sanieren zu können. Er fordert im Gegenzug eine Alternative für die Jugendarbeit.

Burg l Jugendring-Vorsitzender Thomas Triebel versichert, dass sich der Verband keinesfalls querstellen werde, "auch wenn damit ein Objekt für die Jugendarbeit in diesem Stadtteil verlorengeht. Wenn eine Förderung aber nur für das Gesamtgebäude ausgereicht werden kann, dann akzeptieren wir die Entscheidung der Stadt. In der Kita wird eine gute Arbeit geleistet und der Platzbedarf ist offensichtlich", sagte Triebel. Gegebenenfalls könnten die Räume auch schon vorfristig angeboten werden.

Allerdings müsste die Stadt weiterhin Möglichkeiten für die Jugendarbeit schaffen. Und die biete der Kreis-Kinder- und Jugendring nach wie vor auf dem Gelände des Fläming-Sportplatzes. Der Haken: Auch für das Gebäude will die Stadt die Nutzungsvereinbarung kündigen. Vor allem deshalb, weil es sich in einem schlechten baulichen Zustand befindet. Hierfür strebt der Jugendring indessen eine Sanierung an und würde auch mit zupacken, sagte Triebel. "Wir hätten uns gewünscht, dass die Stadt im Vorfeld möglicher Kündigungen mit uns das Gespräch gesucht hätte. Das ist nicht passiert", sagte Triebel.

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) sagte, dass die Stadt weiter auf eine qualifizierte Jugendarbeit setze. Möglicherweise auf dem Gelände des Schlachthofes. "Wir prüfen, ob der Standort geeignet ist und die Herrichtung eines Gebäudes für diesen Zweck sich finanziell darstellen lässt. Hierbei sind der Kultur- und Sozialausschuss und Träger der Jugendarbeit einzubinden, die grundsätzliche Entscheidung trifft der Stadtrat."

Mit den Bauarbeiten in und an der Kita "Kinderparadies" über das Förderprogramm Stark III ist nicht vor 2016 zu rechnen, so Rehbaum. Die konkrete Fördermittelrichtlinie dafür werde im nächsten Jahr veröffentlicht, sagte Margit Dohm vom Bau-Fachbereich der Stadtverwaltung. Bislang habe es Vorbedarfsabfragen gegeben. Die Stadt ist aber guter Hoffnung, dass die Einrichtung, in der 42 Jungen und Mädchen betreut werden, diesmal berücksichtigt wird. Denn bereits 2012 stand die Kita auf Platz eins der Prioritätenliste des Landkreises - und ist dann im Land nicht mehr berücksichtigt worden. Die Baukosten werden auf rund 580 000 Euro beziffert.

Sollte diesmal Burg berücksichtigt werden, würde die Kita dann über eine Nutzfläche von 377 Quadratmetern verfügen, derzeit sind es 280 Quadratmeter.