Der Pfarrbereich Schartau hat ein neues Gesicht - Sandra Trottner. Nach der feierlichen Einsegnung am Reformationstag in der St.-Sebastian-Kirche ist die evangelische Pastorin gespannt auf hiesige Traditionen und die Menschen.

Schartau l Das Pfarrhaus in der Alten Friedensstraße hat eine neue Bewohnerin. Seit einer Woche ist Sandra Trottner aus der Altmark nun auch räumlich in ihrem neuen Pfarrbereich angekommen - und freut sich auf ihre neue Tätigkeit, die Region und natürlich die Menschen. "Einige Traditionen sind mir vertraut, andere sind neu", sagt die gebürtige Bismarkerin. So ist sie beispielsweise gespannt darauf, wie die Martinsbrötchen beim Möseraner Lampionumzug am Mittwoch wohl aussehen und schmecken. Oft seien es auch die Besonderheiten, die den Reiz der Orte ausmachen.

Und künftig, glaubt Sandra Trottner, müsse in kirchlichen Angelegenheiten auch regionaler gedacht werden. "Sicher kann man sich vor Ort eigene Höhepunkte schaffen, andere Feste sind aber auf regionaler Ebene vielleicht lebendiger und schöner zu gestalten, da die Gemeinden zunehmend kleiner werden."

"Gegenseitig beschnuppern" lautet deshalb der erste Plan der neuen Pfarrerin, damit die Gemeinde sie kennenlernen kann. So kann man sich anschließend auf die Suche nach gemeinsamen Wegen machen, offene Fragen beantworten. Später, nach drei Jahren im Entsendungsdienst wird dann entschieden, ob Sandra Trottner weiterhin für den Schartauer Pfarrbereich, der auch Niegripp, Hohenwarthe, Möser und Schermen einschließt, sein wird.

Nach dem Martinsfest stehen die Feierlichkeiten zum Ewigkeitssonntag, wie Trottner den Totensonntag lieber nennt, an. "Es ist eher eine stillere, auch dunklere Zeit, bevor der Advent beginnt."

Die erste Pfarrstelle trat die evangelische Pastorin in Arendsee an. Das war nach dem Theologiestudium im Missionsseminar Hermannsburg und zweijährigem Vikariat in Beedenbostel bei Celle. Ihre Einführung ins kirchliche Amt hat die 37-Jährige in Magdeburg erhalten.

Eine Freundin machte die Altmärkerin einst neugierig auf das, was sie heute leidenschaftlich gern tut. "Dann habe ich mich entschieden, Theologie zu studieren. Erstmal nur, um meinen eigenen Fragen nachzugehen", sagt die neue Frau, die nicht verrät, was sie eigentlich mal werden wollte. Besonders habe es ihr die Systematische Theologie angetan. "Sie gibt Antworten auf existenzielle Fragen wie jene nach Gott, Glaube und Gnade", erklärt die Pfarrerin. Das Spannende dabei sei aber, dass sie zu verschiedenen Zeiten immer wieder in eine neue Sprache gebracht werden müsse, damit die Menschen es in ihrer Zeit verstehen.