Zum Auftakt der ökumenischen Friedensdekade in Burg fand am Sonntag auf dem Magdalenenplatz eine Gedenkveranstaltung statt.

Von Roland Stauf

Burg l Der 9. November wird gern als Schicksalstag der Deutschen bezeichnet.

Über die Jahrhunderte drückten viele historische Ereignisse diesem Tag ihren Stempel auf. Dies einmal nachzulesen ist lohnenswert. Neben dem Mauerfall, dessen Jubiläum in diesem Jahr begangen wurde, erinnerten die Christen der Stadt während ihrer ökumenischen Friedensdekade an die Pogromnacht, die 1938 den Auftakt bildete zur systematischen Vernichtung der Juden - nicht nur in Deutschland.

Auf dem Burger Magdalenenplatz erinnerten sie am Sonntag nicht nur daran, dass rund 6 Millionen jüdische Mitbürger ermordet wurden, sondern auch an die 33 Namen der jüdischen Burger Einwohner, die bekannt sind, und die entweder schon auf dem Transport oder in den Vernichtungsanlagen der Nazis starben.

Kerzen wurden entzündet, und der Abendwind löschte sie, als die Namen der deutschen Konzentrationslager aufgerufen wurden.

Pfarrer i. R. Joachim Gremmes berichtete über die Vorhaben, im neuen Jahr weitere Stolpersteine für ermordete jüdische Burger Mitbürger zu verlegen.

Dazu würden Spenden benötigt. Je mehr, desto besser, aber nicht die Höhe der Spende sei entscheidend, sondern die Zahl derer, die das Vorhaben verwirklichen helfen.

Mögen es 50 Bürger gewesen sein, die der Einladung zum Gedenken gefolgt waren. Ein Betrunkener störte die Andacht. Und der Fahrzeugverkehr auf dem Magdalenenplatz, der einst Platz der Opfer des Faschismus hieß, war zu dieser Zeit enorm.

Joachim Gremmes hatte am Anfang des Gedenkens den jüdischen Schriftsteller Ellie Wiesel zitiert: "Der Gegensatz von Liebe ist nicht Hass, der Gegensatz von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, der Gegensatz von geistiger Gesundheit und gesundem Menschenverstand ist nicht Wahnsinn, und der Gegensatz von Erinnerung heißt nicht Vergessen, sondern es ist nichts als jedes Mal die Gleichgültigkeit."