Burg l Der bewaffnete Raubüberfall auf den Rewe-Markt am Burger Conrad-Tack-Ring am 12. August bleibt vorerst weiter unaufgeklärt. "Wir haben eine heiße Spur", sagte Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch noch nach einer großangelegten Befragungsaktion Ende August im Wohngebiet Burg-Süd. Diese Spur sei mittlerweile aber abgekühlt, so der Polizeisprecher. "Wir haben uns davon doch mehr versprochen. Alle Hinweise sind abgeprüft worden, doch es bleibt beim Status quo", sagt Kriebitzsch. Eine gefundene Patrone liege noch im Landeskriminalamt zur Untersuchung. "Jeder Lauf ist ja doch einzigartig. Es wird versucht rauszubekommen, ob die Schreckschusspistole schon einmal genutzt wurde", erklärt Kriebitzsch.

Der gesuchte Räuber (zwischen 40 und 45 Jahren) hatte am 12. August kurz vor Geschäftsschluss im Markt eine Tafel Schokolade gekauft. Dann hatte er die Kassiererin mit einer Schreckschusspistole bedroht und mit leichtem Akzent Bargeld gefordert. Dann schoss er auf die Frau und verletzte sie am Bein. Der Mann entkam mit mehr als 1000 Euro Beute. Jugendliche alarmierten die Polizei.

Nachdem erste Ermittlungen keine konkreten Ergebnisse brachten, wurde eine großangelegte Befragungsaktion in Burg-Süd durchgeführt. 20 Beamte aus dem Burger Revier und aus der Landesbereitschaftspolizei waren an zwei Tagen bis in die Abendstunden durch das Wohngebiet gegangen und hatten Bewohner das Phantombild des Räubers gezeigt (Volksstimme berichtete). Doch auch diese Aktion blieb bis heute erfolglos.

Auch der 20-jährige Zerbster und der 21-jährige Dessauer, die der Polizei kürzlich ins Netz gegangen sind, kommen für den Raub im Burger Rewe-Markt nicht in Frage. Die Ermittler sind den beiden nach einem Überfall in einem Einkaufsmarkt in Loburg auf die Spur gekommen. Dabei erkannte eine Zeuge die Täter bei der Flucht mit einem weißen Opel Corsa. Auf das Konto der jungen Erwachsenen könnten neun Fälle in Zerbst, Loburg, Möckern und Burg sowie in Magdeburg gehen. Der aktuelle Haftbefehl basiert vorerst auf drei Taten in Zerbst und eine in Loburg. In den weiteren Fällen wird noch ermittelt. Mit ihrer Raubserie erbeuteten sie mehrere tausend Euro. Nach den Überfällen sollen die jungen Männer einige Messer und eine Schreckschusspistole nach den Überfällen im Wald vergraben haben.

Doch Kriebitzsch schließt die beiden Männer für den Raub im Burger Rewe-Markt aus. "Die bisherigen Beschreibungen und vor allem auch das geschätzte Alter der Person, die für den Raub in Burg verantwortlich ist, passen einfach nicht mit den jetzt in Untersuchungshaft sitzenden Personen überein", macht der Pressesprecher des Burger Polizeireviers deutlich. Die Ermittlungen zu dem Rewe-Fall gehen also weiter.