Was jetzt passiert, liegt nicht mehr in den Händen vom Bürgermeister. Seit gestern Abend, um 16.66 Uhr haben die Narren des Gommeraner Carneval Clubs das Rathaus unter ihre Kontrolle gebracht. Die Schlüsselübergabe erfolgte friedlich und schwungvoll.

Gommern l Wer denkt, Karneval sei ein alter Hut, der irrt: Der GCC ist nach wie vor am Start. Mit Funkengarde, Elferrat und Kanonen eroberten sie gestern das Rathaus. Ganz freiwillig rückte Bürgermeister Jens Hünerbein den Schlüssel heraus. Gommerns Narren-Präsident Eckhard Kamin kündigte genaueste Kontrollen an, vor allem in der Kämmerei.

Gefeiert wird in dieser Session ganz im Sinne des Wendejubiläums. Deshalb auch das Motto "25 Jahre nach der Wende - der Carneval kennt noch kein Ende!"

Bürgermeister Jens Hünerbein - quasi amtsenthoben - machte sich ein wenig Luft. Als Narr warf er ein zwinkerndes Auge auf die Lokalpolitik: "Im Stadtparlament weht nun ein neuer Wind und hoffentlich sind sie nicht blind."

Aber auch andere Themen bekamen ein Zwinkern: "Das Biogas, das Biogas, das macht hier vielen nicht viel Spaß." Oder auch: "Ja im Blaurock, da ist was los. Hier will man bau`n - das ist famos. Der Nachbar sieht keinen Sonnenschein und legte mächtig Einspruch ein." Und natürlich durfte auch ein weiterer lokaler Dauerbrenner nicht fehlen: "Das Fahrradfahren in der Stadt, das haben viele Bürger satt. Die RBB steh`n an der Gasse und bitten jeden gleich zur Kasse, der mal kurzer Hand den Gehweg nutzt und nicht den Fahrbahnrand."

Ein Lachen konnte sich kaum einer verkneifen. Spätestens mit dem Auftritt von Ricarda als Antonia aus Tirol mit den Superpampelmusen war die Stimmung am Kochen.

   

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