Auf "Schultour" durch Sachsen-Anhalt unterwegs ist in diesen Tagen Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU). Gestern besuchte er das Burger Roland-Gymnasium.

Burg l Die beeindruckende Aula des Burger Gymnasiums aus dem Jahr 1874 konnte Schulleiter Dr. Malte Theuerkauf dem Ministerpräsidenten gestern nicht präsentieren, denn dort grübelten Schüler den ganzen Vormittag lang über den Aufgaben der Mathe-Olympiade, zweite Stufe.

So fand die Gesprächsrunde zwischen Ministerpräsident, Lehrern, Schülern und Elternvertretern in der Cafeteria statt, die ebenfalls ein Schmuckstück ist.

Außer mit seinen Räumlichkeiten, die sogar behindertengerecht sind, kann das Burger Roland-Gymnasium aber auch mit Lern- und Arbeitsergebnissen glänzen: erhöhte Leistungsanforderungen, hervorragende Ergebnisse bei der PISA-Studie 2009 und Abi-Ergebnisse stets über dem Landesdurchschnitt. Grundlage dafür sei ein "besonderes Schulklima", von dem Schulleiter Theuerkauf weiterhin berichtete, das sich aus vielen Faktoren zusammensetze und an dem außer den über 60 Lehrern und über 800 Schülern viele andere mitarbeiteten: Eltern, der Förderverein, der Landkreis als Schulträger, die Stadt, Burger Unternehmen als Kooperationspartner, Fremdsprachenassistenten, Gastschüler, Partnerschulen...

Als Großprojekt der nächsten zwei Jahre stellte Theuerkauf dem Ministerpräsidenten die Umgestaltung und Erweiterung des Schulhofgeländes vor, wofür eine siebenstellige Summe veranschlagt ist.

30000 Euro stehen der Schule aktuell zur Verfügung, um weitere Voraussetzungen für das E-Learning zu schaffen: Notebooks, E-Boards und White-Boards, die zunehmend Lehrbücher und herkömmliche Tafeln aus den Klassenzimmern verdrängen. "Wir müssen den elektronischen Weg gehen", ist Haseloff überzeugt, mahnte aber eine "gesunde Mischung" an, nachdem Pia Klinke, eine der Zwölftklässlerinnen in der Runde, einwarf, dass es einfacher sei, das zu lernen, was man selbst in seinen Hefter geschrieben hat.

Zum Thema Unterrichtsversorgung berichtete der stellvertretende Schulleiter Dr. Uwe Wohlan dem Ministerpräsidenten über eine augenscheinlich dünne Personaldecke und dass neue Lehrer besonders in Mathe und Naturwissenschaften gebraucht würden. Im vergangenen Schuljahr haben die Lehrkräfte des Roland-Gymnasiums 1400 zusätzliche Stunden gegeben, um erkrankte Kollegen zu ersetzen.

Im Anschluss an das Rundtischgespräch machte sich Haseloff noch ein Bild von der Ausstattung des Informatik-Kabinetts und traf dort Neun- bis Zwölftklässler sowie Lehrer Frank Schulz, die ihm die Ergebnisse einer Projektwoche präsentierten, in der die Schüler sich an den PCs in 3D-Animationen übten.