Der Königsborner Ortschaftsrat hat eine ausgewogenere Verteilung der Investitionsgelder gefordert. Dazu soll der Bauausschuss aktiv werden.

Königsborn l Es kann nicht sein, so der Tenor auf der Ratssitzung am Mittwochabend, als über den Haushalt für das kommende Jahr beraten wurde, dass jene berücksichtigt werden, die am lautesten fordern. Hier müsse bei der Vergabe der Gelder ausgewogenes Augenmaß herrschen.

Auslöser der Diskussion war der Investitionsposten Feuerwehrzufahrt. Im Finanzplan 2016 sind zum Bau dieser Zufahrt 125 000 Euro vorgesehen. Ratsmitglied Andreas Wilhelmy: "Wir brauchen diese Zufahrt jetzt nicht. Zuerst sollte endlich das Feuerwehrgerätehaus fertig werden." Im Jahre 2005 musste die Feuerwehr dort ausziehen, weil das Gebäude zu marode und klein war.

Ortsbürgermeister Hilmar Graßhoff rekapituliert, dass mit der umfangreichen Sanierung des Gebäudes im Jahre 2008 begonnen wurde. Die Wagenhalle und ein Sanitärtrakt entstanden. 2011 sei der erste Bauabschnitt übergeben worden. "Wo es heute noch Nacharbeiten gibt", fügt Wilhelmy, der auch stellvertretender Leiter der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr ist, an.

In den letzten Jahren, so Graßhoff, habe sich am Bau so gut wie nichts getan. "Es geht doch nicht an, dass nach fünf Jahren Einheitsgemeinde in manchen Orten Silber zu Gold umgemünzt wird und andere immer wieder Abstriche hinnehmen müssen." Für ein modernes Gerätehaus wird die Erneuerung des Fußbodens gefordert, während die Königsborner die Fahrzeuge aus der Halle fahren müssen, wenn sie ihre Schulungsabende haben.

Eine weitere Verzögerung wollen die Königsborner nun nicht mehr erdulden. Andreas Wilhelmy stellte den Antrag, die Fertigstellung des Sozialbereiches mit Schulungsraum Küche und Wehrleiterbüro in den Haushalt des kommenden Jahres aufzunehmen. Er erneuerte die Bereitschaft der Kameraden zu Eigenleistungen. Dieser Antrag ist von allen Ratsmitgliedern befürwortet worden.

Ortsbürgermeister Graßhoff regte vor diesem Hintergrund an, dass sich der Bauausschuss von allen relevanten Gebäuden der Gemeinde einen Eindruck verschaffen sollte, um nicht nach Lautstärke der Forderung, sondern nach Notwendigkeit von Investitionen zu entscheiden. Er sollte eine Prioritätenliste für die Gemeinde erstellen.

Insgesamt gaben die Königsborner Räte dem Entwurf des Haushaltsplanes und dem Konsolidierungskonzept bis 2019 grünes Licht.