Oft brennt das Licht noch in der Kulturwerkstatt, wenn Jens Hünerbein das Rathaus verlässt. Die Mitglieder des Vereins arbeiten emsig an vielerlei Kunstwerken. Eine Auswahl des Vereinsschaffens in diesem Jahr zeigt die Ausstellung Querbeet. Die Vernissage fand am Sonnabend statt.

Gommern l Es ist immer etwas besonderes, wenn die Kulturwerkstatt in Gommern zur letzten Ausstellung des Jahres einlädt. Denn traditionell wird diese den Künstlern des Vereins gewidmet. "Es ist sozusagen die künstlerische Rechenschaft nach einem Jahr, die der Verein hier ablegt", kommentierte Bürgermeister Jens Hünerbein, als er die Ausstellung eröffnete.

Zahlreiche Mitglieder von den insgesamt 50 hatten wieder Arbeiten eingereicht. Malereien in Acryl, Aquarelle und Collagen, Textilgestaltungen mit Werken die genäht, gestrickt, gewebt, gefilzt oder geklöppelt wurden. "Die Auswahl fiel uns wieder sehr schwer", sagte Gisela Scheffler von der Kulturwerkstatt.

Gerade die Klöppelarbeiten schaute sich auch Hünerbein ausführlich an, schließlich wurden die "Blüten" mit dem Sonderpreis für Originalität bei den 25. Annaberger Klöppeltagen ausgezeichnet und ernteten auch bei der Vernissage noch einmal Szenenapplaus. "Es ist wirklich eine sehr grazile und fragile Arbeit", lobte der Bürgermeister. Ebenfalls lobte er die überregionale Zusammenarbeit des Vereins mit der Kreisvolkshochschule sowie auch das Angebot an Projekttagen an der Sekundarschule und Atelierbesuche mit Schülern bei Künstlern. "Das führt die Jugend an die Kunst und hilft ihnen, ihre künstlerische Ader zu entdecken", so Hünerbein.

Dass ein Großteil der Mitglieder schon das Rentenalter erreicht hat, ist bei dem Engagement nicht zu bemerken. "Unruhestand statt Ruhestand herrscht bei unseren Mitgliedern", kommentierte Gisela Scheffler mit einem Lächeln.

Die Kulturwerkstatt sei ein Ort, an den viele kämen, da sie hier fachsimpeln, um Ideen ringen und sich verwirklichen können. "Dadurch ist die Kulturwerkstatt auch ein besonderer Kraftquell für alle Beteiligten", bekräftige Scheffler und erntete Zustimmung bei den Besuchern. Für diesen Kraftquell wollte sich an diesem Sonnabend vor allem ein Mitglied besonders bedanken: Brigitte Bauerschäfer. "Ich weiß, wie viel Mühe, Zeit, Herzblut, Opfer, Ideen und Kreativität in diesen Räumen stecken. Ich möchte mit einem besonderen Werk einmal Danke sagen, an die, die hier so viele Aktivitäten in der Kulturwerkstatt ermöglichen, sich hier engagieren und an die, die sich hier einbringen." Sie überreichte ein Textil-gestaltetes Kunstwerk mit dem Motiv der Klusbrücke an Bürgermeister Jens Hünerbein. "Die Klusbrücke ist ein wirklich besonderes Bauwerk in unserer Gemeinde, weswegen wir auch bemüht sind, sie zu erhalten. Und wie wir jetzt wissen, soll auch Martin Luther dort entlang gegangen sein. Ich sichere Ihnen jetzt schon zu, dass dieses Bild einen Ehrenplatz bei uns im Rathaus bekommt. Ich danke ihnen und bin fasziniert", nahm Hünerbein das besondere Geschenk an.

   

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