Die Stadt Burg will einen Abriss der Industrieruine Franzosenstraße 28/30 bis zum Start der Landesgartenschau 2018 erreichen. Allerdings gibt es bisher noch keine Einigung mit dem Eigentümer.

Burg l Wenn sie auf der Hagenbrücke steht und auf das alte Fabrikgebäude an der Ihle guckt, bekommt Sigrid Bohne (82) Angst. Denn diese Ruine sei akut einsturzgefährdet. "Wenn es im Winter viel Schnee gibt, könnte alles zusammenbrechen, in die Ihle stürzen und dann einen gefährlichen Rückstau erzeugen, der dann die Innenstadt bedroht." Sie habe sowas als Kind erlebt, 1941, so Sigrid Bohne weiter. Damals war an einer Brücke etwas eingestürzt und es gab Hochwasser in der Innenstadt, erklärt die Burgerin und fragt, warum -das Gebäude nicht längst abgerissen wurde, zumal im Umfeld bereits Abrissmaßnahmen stattfanden.

Das betreffende Grundstück war bereits Stein des Anstoßes, als am 16. September ein Bürgerspaziergang entlang der Laufroute der Landesgartenschauflächen stattfand (Volksstimme berichtete). Stand war damals (und ist auch zwei Monate später), dass sich das Grundstück in Privateigentum befindet und sich die Stadt seit längerem darum bemüht, dass der Eigentümer die Ruine abreißen lässt. "Nach Expertenmeinung ist das Objekt nicht mehr sanierungswürdig", so Nicole Hildebrand vom Fachbereich Stadtentwicklung und Bauen der Stadtverwaltung. Sie gibt Sigrid Bohne Recht, dass von dem Objekt eine gewisse Gefahr ausgehen könnte. Deren Beurteilung sei allerdings Angelegenheit des Bauordnungsamtes des Landkreises, das unter Umständen einen Abriss anordnen könnte.

Die Stadt hatte dem Eigentümer bereits Fördermittel für den Abriss angeboten, der dann das Grundstück zur Franzosenstraße hin wieder neu bebauen könnte. Doch der Eigentümer strebe wohl weiterhin eine Sanierung des Objektes an, so Hildebrand. Dennoch bleibe es das städtebauliche Ziel, das die Ruine zur Laga 2018 verschwindet.