Burg (dpa) | 35 Mal sollen sie in den vergangenen acht Monaten zur Spraydose gegriffen haben, jetzt sind die mutmaßlichen Täter gefasst. Die Polizei in Burg (Jerichower Land) hat eine Serie von rechtsmotivierten Schmierereien in der Kleinstadt nach eigenen Angaben aufgeklärt. Für die rechten Parolen und verfassungsfeindlichen Symbole an Häusern, Supermärkten, dem Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges oder dem jüdischen Friedhof sollen vier Männer im Alter von 21, 23, 27 und 28 Jahren verantwortlich sein.

"Der 21-Jährige ist ein bekannter rechtsmotivierter Straftäter", sagte Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch. "Die anderen sind, was das angeht, zwar bisher unbescholten, aber unter anderem wegen Eigentumsdelikten bekannt." Das Quartett stamme geschlossen aus dem Landkreis Jerichower Land. Nähere Angaben machte er nicht.

Der Polizei zufolge hatten die Schmierereien im März begonnen. Seit April habe sich die Ermittlungsgruppe "Sprayer" mit den szenetypischen Symbolen und teilweise großflächigen Schriftzügen auf Verkehrsschildern, Denkmälern, Schaltkästen und Glascontainern beschäftigt. Zeugen hätten die Beamten zunächst auf die Spur zweier Männer gebracht, die anderen beiden rückten während weiterer Ermittlungen ins Visier der Fahnder. Bei der Durchsuchung zweier Wohnungen seien Beweismittel sichergestellt worden. Nun kümmere sich die Staatsanwaltschaft weiter um den Fall, hieß es.

Kriebitzsch zufolge hat es im Jahr 2013 im Landkreis Jerichower Land 109 politisch motivierte Straftaten gegeben. Von den 79 rechtsmotivierten Taten seien 60 Schmierereien gewesen. Zahlen für 2014 gebe es derzeit noch nicht, sagte er.