Der achte Burger Clausewitz-Preisträger ist Generalleutnant a.D. Klaus Olshausen. Der Historiker war von 2006 bis 2013 Vorsitzender der Deutschen Clausewitzgesellschaft.

Burg l Es soll auf einer britischen Internetseite von dortigen Clausewitz-Freunden den Ratschlag eines Engländers geben, "Burg als Geburtsstadt Carl von Clausewitz unbedingt einen Besuch abzustatten". Das hörten die Gäste der Festveranstaltung zuerst von Generalleutnant a.D. Klaus Olshausen, ehe er mit seiner emotionalen Dankesrede zur Verleihung des Preises begann. Nach eigenen Worten wollte er darauf aufmerksam machen, dass die Kreisstadt des Jerichower Landes sich mit den Jahren weithin einen Namen nicht nur als Geburtsstadt von Clausewitz gemacht hat, sondern gleichrangig als Hort zur Bewahrung seines Erbes.

Olshausen ist nicht zum ersten Mal in Burg. Seine zurückliegende Funktion als Vorsitzender der Deutschen Clausewitzgesellschaft hatte ihn nicht nur einmal veranlasst, Station in der Clausewitzstadt zu machen. Auch heute noch hält er ihr die Treue und den Kontakt zum Freundeskreis.

Die Bekanntschaft mit der Persönlichkeit Carl von Clausewitz rührt bereits aus seiner Kindheit, gestand Olshausen. "Als Schulbub hatte ich einen dicken Wälzer vor mir, in dem es auch um die Kindheit von Clausewitz ging, samt seinem Leben mit den Geschwistern in Burg. Seitdem war der Name Carl von Clausewitz ein Begriff für mich", so der Historiker, der im thüringischen Eisenberg geboren wurde und heute im rheinländischen Meckenheim zu Hause ist.

1964 trat Olshausen in die Bundeswehr ein, wurde Offizier der Pioniertruppe, absolvierte ein Geschichtsstudium mit abschließender Promotion, besuchte die Hamburger Führungsakademie, ließ sich in den USA weiterbilden, war Militärattaché an der deutschen Botschaft in Washington und versah die verschiedensten Führungsfunktionen in der Bundeswehr bis zur Pensionierung vor acht Jahren.

Der Werdegang des Generals a.D. wurde in der Laudatio von Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann hervorgehoben, dem jetzigen Vorsitzenden der Clausewitzgesellschaft. Mehr aber noch sein "starkes Engagement, um Werk und Person Carl von Clausewitz weithin bekannt zu machen".

Auch Herrmann kam schnell dazu, dass Burg immer eine Reise wert sei, um die Erinnerung an Clausewitz nicht verblassen zu lassen. Er stufte den berühmten Sohn Burgs mit seinen militärpolitischen- und philosophischen Lehren noch heute als Kompass für die deutsche Sicherheitspolitik ein.

Klaus Olshausen hatte in seinen Dankesworten abschließend noch eine Bitte an den Burger Freundeskreis geäußert: "Sorgen Sie mit dafür, dass das Ehepaar von Clausewitz in der Geschichte einen größeren Platz findet und dessen gemeinsames Leben. Ohne Marie von Brühl wäre Clausewitz nicht das geworden, was er als geschichtliche Persönlichkeit zuwege brachte. Auch sein äußerst wichtiges Hauptwerk ,Vom Kriege` wäre nicht entstanden und nie als mehrbändige Ausgabe erschienen.

Dass Sachsen-Anhalts Ministerpräsident an der Preisverleihung teilnahm, war laut Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) einem Besuch von Reiner Haseloff (CDU) vor einem halben Jahr geschuldet. "Sie waren damals bei einem Besuch Burgs bereit, sich spontan und ungeplant die Clausewitz-Erinnerungsstätte anzuschauen. Und haben nach dem Rundgang versichert, fortan die Bemühungen der Clausewitz-Geburtsstadt um die Erbepflege freundlich zu begleiten."

Dr. Reiner Haseloff bestätigte in seinem Grußwort, dass er tatsächlich "aus tiefster Überzeugung" zu dem Versprechen stehe.

Er sei dafür, das Andenken an Clausewitz wirkungsvoll zu bewahren, denn seine damaligen militärpolitischen Erkenntnisse seien auch im 21. Jahrhundert von unschätzbarem Wert, vor allem aktuell im Angesicht der vielen Krisenherde - von Afrika über den Nahen Osten bis nach Osteuropa, so Haseloff.