Bleibt der Ausbau der Niegripper Feldstraße ein endloses Dauer-Thema? Nachdem der Stadtrat gegen die Aufhebung des Sperrvermerkes im Haushalt votierte, fürchten die Anwohner, dass sie wieder auf die Wartebank geschoben werden.

Niegripp/Burg l Per namentlicher Abstimmung hatte sich der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich dagegen ausgesprochen, den Sperrvermerk aufzuheben (Volksstimme berichtete). Die Planung für das rund 700 000 Euro teure Vorhaben war bereits in Auftrag gegeben.

"Diese Verfahrensweise ist für uns nicht mehr nachvollziehbar. Wir dachten, nach über zehn Jahren geht es nun endlich los", sagte Anwohnerin Wilma Pitschmann, die mit zahlreichen Anwohnern auf der Sitzung des Ortschaftsrates in der vergangenen Woche ihrem Ärger Luft machte. "Die Volksvertreter, die wir gewählt haben, sollten auch unsere Interessen berücksichtigen", forderte die Niegripperin - und schob den Ball Richtung Ortsbürgermeister. Der kann den Unmut verstehen und schilderte chronologisch sein Bemühen und das des Ortschaftsrates, damit das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden könne - angefangen von den Anträgen im Burger Stadtrat bis hin zu den Gesprächen in den Fraktionen des Stadtrates. "Wir waren auf einem guten Weg, bis der Sperrvermerk gesetzt wurde", sagte Karl-Heinz Summa.

Mit der Diskussion um die Prioritätenliste für die Stadt, die der Bauausschuss gefordert hat, gab es letztlich im Stadtrat keine Mehrheit. "Und das, obwohl Zusagen der großen Fraktionen gab", erinnerte Summa. "Wir sind genauso enttäuscht wie die Anwohner."

Kritisiert wurde von Anwohnern zudem, dass eine gemeinsame Prioritätenliste für die Stadt und Ortschaften erstellt werden soll. Der Tenor: Dann würden die Dörfer hinten runterfallen.

Ortschaftsrat und Ortsbürgermeister wollen sich in allen Gremien weiter für einen Ausbau der Straße starkmachen. Summa kündigte an, das persönliche Gespräch mit dem Bau- und Umweltausschussvorsitzenden im Stadtrat, Clemens Engel (CDU), suchen zu wollen.