Dornburg l So gut wie kein Platz ist mehr auf den Bänken frei. Es schwirrt Gemurmel durch den Saal im Dornburger Schloßkrug. Hier und da mischt sich ein Taubengurren in das Stimmengewirr. Käfige mit Tauben stehen an den Wänden. "Und hier haben wir ein Exemplar, die hält noch durch, wenn andere bei starkem Wind schon schlapp machen", preist Auktionator Axel Wolf laut an. "Startpreis 75 Euro. Wer bietet 75?!", ruft er mit schon heiserer Stimme in die Menge. Die meist männlichen Besucher des internationalen Brieftaubenzüchtertreffens schauen auf ihre Listen. Eine Hand geht hoch.

Rund 90 interessierte Taubenzüchter sind am Sonnabend zum Züchtertreffen nach Dornburg gekommen. Höhepunkt war die Versteigerung von Zuchttieren. "Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden", resümiert Axel Wolf, der nicht nur Auktionator, sondern auch Organisator des Treffens war. Die Besucherzahlen zeugen von großem Zuspruch. Die Auktion verlief gut. "Man hat gespürt, dass viele auch auf bestimmte Tiere fixiert waren. Da ging es dann auch richtig zur Sache. So, dass es als Auktionator auch Spaß macht."

Der Zuspruch für das internationale Brieftaubenzüchtertreffen scheint auch immer größere Kreise zu ziehen, riskiert man einen Blick auf den Parkplatz: Autos aus Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen reihten sich aneinander, aber auch aus Sachsen-Anhalt. Altmark, Salzlandkreis, Magdeburg waren ebenso vertreten.

Neben der Auktion zieht vor allem der Austausch von Fachwissen die meisten zum Treffen. "Neben einer Podiumsdiskussion kommen vor allem die kleineren Gesprächsrunden sehr gut an. Gruppen finden sich da immer wieder. Zu ganz unterschiedlichen Themen und dann wird gefachsimpelt", beschreibt Wolf.

Wie und ob das Treffen fortgesetzt werden soll, wurde ebenfalls thematisiert. "Es ist eben kein Breitensport, dessen muss man sich bewusst sein. Um so mehr freut man sich dann über so viele Besucher. Doch die Organisation ist aufwändig. Aber es kommt so gut an, dass Züchterfreunde aus der Region jetzt Hilfe angeboten haben. Die Organisation soll etwas verteilt werden, vielleicht soll es auch breiter aufgestellt werden, aber in jedem Fall soll es in der Region bleiben", so Wolf.