Mit dem Bebauungsplan Schenkenteich II will die Stadt Gommern ein Wohngebiet für die Zukunft ausweisen. Der Standort birgt aber auch Nachteile in sich.

Gommern l Mit einer "stetigen Nachfrage" nach Wohngrundstücken begründet die Stadtverwaltung den Vorschlag, einen Bebauungsplan (B-Plan) Schenkenteich II aufzustellen. Aber was heißt "stetige Nachfrage"? Wie viele Interessenten gibt es tatsächlich, erkundigte sich Frank Krehan (FWGLG) auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses.

Eine Statistik führe die Stadt dazu nicht, erläuterte Sylvia Tetzlaff vom Bauamt, aber regelmäßige Anfragen gebe es. Zwar seien derzeit in Nedlitz und Pöthen noch Flächen frei, "aber die meisten wollen direkt in Gommern wohnen".

Dass Gommern den Anschluss nicht verpassen dürfe, warb Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos). Die Erfahrung zeige, dass wer in Gommern keinen Bauplatz bekomme, nicht nach Prödel oder Nedlitz abwandere, sondern nach Pretzien oder Biederitz.

Die Stadt Gommern brauche Flächen, auf denen Eigenheime gebaut werden können, stimmte Heinz-Hellmer Wegener (CDU) zu. Das Gebiet hinter der Schranke in Richtung Dannigkow sei wegen der häufig geschlossenen Schranken nicht mehr zumutbar.

Unter Prämissen wie Hochwassergefahr, Lage oder gemeineeigener Grund und Boden hatte die Stadtverwaltung in Gommern nach geeigneten Flächen gesucht. Schenkenteich II kristallisierte sich als deutlicher Favorit heraus.

Einige Grundstücke befinden sich im Privatbesitz. Der Eigentümer steht der Aufstellung des B-Planes jedoch aufgeschlossen gegenüber.

Entwickelt werden soll die Fläche zwischen Schenkenteich und der Ortslage Gommern. Wie groß das Baugebiet werden könnte, hängt vom weiteren Verfahren ab. Eine große Trinkwasserleitung, eine Abwasserdruckleitung, eine Überlandleitung und ein Biotop gibt es dort unter anderem.

Und unter Umständen auch Anwohner, die einer weiteren Bebauung skeptisch gegenüber stehen. Am Rande der Hauptausschusssitzung wurde von Unruhe im Wiesenweg berichtet. Die Straße wäre die Zufahrt zum Schenkenteich II. Dass die Verkehranbindung nicht optimal sei, räumte Jens Hünerbein ein. Andererseits: "Wir müssen dem demografischen Wandel entgegentreten".

Die Schwierigkeiten mit dem B-Plan Blaurock IV, wozu unter anderem auch die Verkehrsanbindung zählt, haben die Ausschussmitglieder längst nicht vergessen. "Die Idee ist gut, aber wir müssen aus den Blaurock-Erfahrungen lernen", mahnte Gunnar Martin (SPD) an. Im Vorfeld seien alle Bedenken abzuklären.

In diese Richtung argumentierte auch Frank Krehan. Die Stadt solle für den Bebauungsplan erst Geld ausgeben, wenn klar sei, dass Schenkenteich II in Gommern akzeptiert werde. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu, dass Häuslebauer in Leitzkau weder Hochwasser noch geschlossene Schranken zu befürchten hätten.

Frauke Wambach (Die Linke) begrüßte die frühe Beschäftigung mit dem Vorhaben. "Dann hat jeder die Möglichkeit, seine Bedenken zu formulieren." Das wird mit der Auslegung der Unterlagen möglich sein.

Ob der B-Plan Schenkenteich II aufgestellt wird, entscheidet der Stadtrat am 10. Dezember. Die Empfehlung des Hauptausschusses fiel einstimmig aus.