Burg/Theeßen l Als die Freiwillige Feuerwehr Burg den Einsatzort zwischen den Anschlussstellen Burg-Ost und Theeßen am Sonnabendmittag erreicht, bietet sich den Kameraden ein schreckliches Bild. Ein Sattelzug und ein Auto stehen auf dem Standstreifen in einem Abstand von 100 Metern. Glassplitter und Karosserieteile liegen auf der Fahrbahn. Die 17 Kameraden sollen den bereits für toterklärten Beifahrer aus dem Pkw bergen. Dazu schneiden sie die Tür aus dem vollständig demolierten Pkw heraus, die Polizei stellt später den wirtschaftlichen Totalschaden fest. "Gerade für die jüngeren Kollegen war das schon ein sehr heftiger Einsatz", sagt Wehrleiter Wolfram Stukenberg. Der Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Burg dauert knapp eineinhalb Stunden.

Was war passiert? Aus bislang ungeklärter Ursache erkannte eine 54-jährige Pkw-Fahrerin am Sonnabend gegen 13 Uhr einen auf der A2 in Richtung Berlin vorausfahrenden Sattelzug zu spät und versuchte daraufhin nach links auszuweichen. Dadurch geriet das Auto mit der rechten Seite unter die linke Seite des Aufliegers des Sattelzuges. Der Fahrer des Sattelzuges bemerkte den Aufprall und lenkte sein Fahrzeug auf den Standstreifen, der Pkw rollte noch 100 Meter weiter und kam dann ebenfalls auf dem Standstreifen zum Stehen. Die 54-jährige Pkw-Fahrerin und der 43-jährige Fahrer des Sattelzuges blieben unverletzt, der 54-jährige Beifahrer des Pkw verstarb noch an der Unfallstelle.

"Zu der Unfallursache können wir nichts weiter sagen. Es ist ein laufendes Verfahren, das jetzt bei der Staatsanwaltschaft liegt", sagt Ronald Mandel vom Autobahn-Polizeirevier Börde. Zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg und der Anschlussstelle Lostau war es der fünfte Unfall in diesem Jahr mit einer tödlich verletzten Person.

Insgesamt haben sich in diesem Bereich zwischen Januar und November 331 Verkehrsunfälle ereignet. Weniger als noch im vergangenen Jahr und auch weniger als noch 2012 (siehe Infokasten). Die Anzahl der verletzten Personen ist mit 104 gegenüber 2013 (76) wieder erheblich angestiegen.

"Die Zahlen muss man natürlich differenzierter betrachten. Ein Jahr ist kälter und niederschlagsreicher als das andere, das wirkt sich natürlich auch auf das Unfallgeschehen im Straßenverkehr aus", erklärt Mandel. Zudem spiele auch die Anzahl der Bautätigkeiten und die damit verbundenen Einschränkungen im Straßenverkehr eine enorme Rolle bei den Unfallzahlen, so Mandel.