Die häufig diskutierten Gartenfeuer bleiben im Jerichower Land verboten. Im Kreistag zeichnete sich kürzlich eine deutliche Mehrheit gegen die Wiedereinführung dieser Brände zweimal im Jahr ab.

Burg/Genthin l Da hat sich die CDU im Kreistag eine deftige Backpfeife abgeholt. Die Christdemokraten mit Markus Kurze an der Spitze hatten beantragt, die Gartenfeuer zu genehmigen. Kurze sagte: "Wir wollen damit einem Ansinnen der Bürger entsprechen. Es ist immer noch Thema bei den Leuten, die nicht verstehen, dass in einem Flächenlandkreis wie dem Jerichower Land die Gartenfeuer verboten sind." In einem Schreiben an die Volksstimme (Thema Kreisvorstand) erklärte Kreischef Gerd Mangelsdorf: "Die Zustimmung für die Gartenfeuer fällt in den Dörfern höher aus."

Zumindest im Kreistag stand die CDU mit ihrer Meinung ganz allein da. Der Gegenwind aus allen anderen Fraktionen war so heftig, dass Kurze auf eine Abstimmung seines Antrags verzichtete.

Mit einem angestrengten Lächeln versuchte Kurze den Schaden zu begrenzen: "Mit unserem Antrag wollten wir erreichen, dass sich alle Beteiligten mit dieser Problematik beschäftigen. Das ist uns gelungen. Ich hoffe, dass sich das auf die Gebühren auswirkt."

Kurze sagte aber auch: "Wir müssen grundsätzlich über den Umgang mit Grünschnitt nachdenken."

Jerichows Bürgermeister Harald Bothe sieht indes nur wenig Handlungsbedarf: "Wir haben ein gutes Abfallsystem im Jerichower Land. Zudem sind die Grünschnittplätze eine gute Sache."

Zu den größten Gegnern des Verbrennverbots gehörte seinerzeit Horst Leiste (SPD). Doch innerhalb der vergangenen drei Jahre hat er seine Meinung komplett geändert. Im Kreistag sagte er: "Der Qualm ist furchtbar. Die Gartenfeuer-Erlaubnis ist seinerzeit an der Unvernunft vieler Bürger gescheitert, weil sie sich bei den Feuern nicht an die Regeln gehalten haben." Und in Richtung CDU meinte Leiste: "Durch die Gartenfeuer werden die Abfallgebühren nicht sinken."

Im April 2011 hat der damalige Landrat Lothar Finzelberg im Alleingang ohne Kreistagsbeschluss die Gartenfeuer verboten. Geschehen ist dies kurz vor dem erwarteten Verbrenn-Termin, als viele Einheimische die Feuerstellen bereits aufgeschichtet hatten.

Im jetzigen Antrag der CDU ist vom Verbrennen "von belastetem Material" die Rede. Jörg Rehbaum (SPD) sagte: "Wirklich belastetes Material zu verbrennen, ist ja heute schon möglich. Zudem ist tatsächlich belastetes Gehölz oder Kraut nur ein sehr geringer Teil des Grünschnitts."

Ähnlich sieht es Frauke Wambach (Die Linke): "Belastetes Material wie Spargelkraut kommt in die Hausmülltonne. Der Restmüll wird in Rothensee ohnehin verbrannt. Alles andere wird bei mir im Garten kompostiert." Dr. Michael Krause (SPD) fragte: "Wer soll denn die Zusammensetzung all der Feuer in den Gärten kontrollieren?"

Dazu sagte Bernd Girke von der Kreisverwaltung: "Wir sind für solche Kontrollen personell nicht ausgestattet. Geeignete Alternative zu den Gartenfeuern sind die Grünschnittplätze, die ja momentan in den Schlagzeilen sind. Wir arbeiten derzeit an einem Konzept, wie künftig mit dem Abfall insgesamt umgegangen werden kann."

Matthias Fickel (CDU) sagte kürzlich zur Volksstimme: "Im Gegensatz zum Landrat finde ich nicht, dass es sich beim Abfall um ein Solidarsystem handelt. Es geht nicht, dass der Gebührenzahler auch für den kommunalen und gewerblichen Grünschnitt zur Kasse gebeten wird."