Das Avacon-Umspannwerk an der Niegripper Chaussee wird künftig besser gegen ein mögliches Hochwasser geschützt sein. Das Unternehmen lässt gegenwärtig eine Schutzwand rund um die Anlage errichten.

Burg (re) l Bei den Elbe-Hochwassern 2002 und 2013 bestand die Gefahr, dass das Wasser bei einem möglichen Deichbruch oder bei Überflutung der Deiche bis zum Umspannwerk ansteigen könnte. Die möglichen Folgen: Teile der 110-kV-Freiluftanlage und die Mittelspannungs-Schaltanlagen im Erdgeschoß des Gebäudes würden unter Wasser gesetzt werden und ausfallen.

"Kosten des Erdwalls waren sehr hoch"

Um dies zu verhindern, hatte Avacon bei beiden Hochwasserereignissen einen Schutzwall aus Erdreich um das gesamte Umspannwerksgelände errichtet. Dieser war rund 500 Meter lang, an der Sohle etwa fünf Meter breit und drei Meter hoch. "Die Kosten für die Errichtung des Erdwalls waren sehr hoch, und da uns die Vergangenheit gezeigt hat, dass wir in Zukunft häufiger mit derartigen Hochwassern rechnen müssen, haben wir uns entschlossen, einen dauerhaften Hochwasserschutz um das Umspannwerk zu bauen", sagte Frank Behrend vom Avacon-Bereich Hochspannung und zuständig für die Anlage bei einem Ortstermin in dieser Woche, der den Beginn der Baumaßnahme "Schutzwand" markierte.

Ein Ingenieurbüro aus Biederitz hatte im Vorfeld für Avacon eine Hochwasserstudie angefertigt, bei der anhand der letzten Hochwasserstände berechnet wurde, wie hoch das Wasser im Extremfall im Bereich des Umspannwerkes ansteigen könnte.

Laut dieser Berechnung könnte das Umspannwerk im schlimmsten Fall einen halben Meter unter Wasser stehen.

"Wir haben uns für den Bau einer Schutzwand entschieden, bei der Stahlbetonteile in Doppel-T-Stahlprofile eingelegt werden", erläutert Diethelm Meyer von der Avacon-Infrastruktur und verantwortlicher Bauingenieur für dieses Projekt.

Laut Meyer werden Wandplatten von 1,5 mal sechs Meter im Betonwerk vorgefertigt. Zwei Wandplatten werden übereinander in Stahlträger (Länge drei Meter) eingeschoben und abgedichtet. Die Stahlträger werden in Beton-Hülsenfundamente einbetoniert.

Für die Türen und Tore werden mobile Schutzwände aus Aluminium im Umspannwerk eingelagert, die bei einem drohenden Hochwasser in kurzer Zeit durch Mitarbeiter oder beauftragte Firmen montiert werden können. Die Schutzwand ersetzt gleichzeitig den derzeitigen Maschendrahtzaun, der die 110-kV-Außenanlage umgibt.

Die Maßnahme ist in zwei Bauabschnitte geteilt. Der erste Bauabschnitt beinhaltet die komplette Nordseite und Teile der Ost-, West- und Südseite. Der zweite Bauabschnitt, und damit die Vervollständigung der Seiten mit der Hochwasserschutzwand, beinhaltet den südöstlichen Bereich, wo noch das alte 50-kV-Schaltgebäude steht. Erst nach dessen Abriss kann die Wand fertig errichtet sowie geschlossen werden und bietet dann den gewünschten Hochwasserschutz.

Insgesamt investiert Avacon in die Schutzmaßnahme rund 450 000 Euro.

Sicherer Betrieb auch in Extremsituationen

"Mit dem Bau der Schutzwand treffen wir die entsprechende Vorsorge, um auch in Extremsituationen dauerhaft den Betrieb unseres Umspannwerkes sichern zu können, in dem nicht nur unsere Anlagen untergebracht sind, sondern auch die Mittelspannungsversorgung der Stadtwerke Burg und noch eine Kundenanlage für die Versorgung eines Großkunden. Wir haben mit dem Projekt nicht nur die sichere Stromversorgung für unsere Kunden im Blick, sondern auch die der beiden anderen Versorgungsunternehmen", betont Frank Behrend.

Das Burger Umspannwerk an der Niegripper Chaussee versorgt nicht nur das Stadtwerkenetz und damit die Stadt Burg mit Strom, sondern auch das Umland bis Körbelitz, Rogätz und Grabow.

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