Biederitz l Die Ausschussmitglieder befassten sich mit den Änderungsanträgen, die die Ortschaftsräte im Zuge der Anhörung zum Haushalt 2015 gestellt hatten. So lag unter anderen ein Antrag aus der Ortschaft Biederitz vor, für die seit Langem geplante Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik 50 000 Euro einzustellen, um damit zu beginnen, die dunkelsten Straßenzüge in Biederitz wieder anständig zu beleuchten. Die Biederitzer Ortschaftsräte hatten zu diesem Antrag auch eine Finanzierungsquelle benannt: Biederitz verzichtet auf einen teuren Neubau der Trauerhalle und auf eine kostspielige Neugestaltung des Friedhofes, begnügt sich mit einem Vordach und einer Toilette, der Begradigung des Friedhofsgeländes, dem Bau von Wegen und der Anlage einer neuen Bestattungsform.

Antrag aus der Ortschaft für die Ortschaft

An dieser Stelle fragte die Ortsbürgermeisterin von Gerwisch, Karla Michalski, nach, ob die 50 000 Euro für die gesamte Gemeinde sein sollten? Nein, wiederholte Carsten Schneider, der Ortsbürgermeister von Biederitz, es handele sich um einen Antrag der Biederitzer Ortsräte für die Ortschaft Biederitz.

Neben den Gerwischer Begehrlichkeiten wurden nun auch Wünsche für die Umrüstung in anderen Ortschaften laut. Denn als vor einigen Jahren im Zuge der Haushaltskonsolidierung in der Gemeinde Biederitz jede zweite der rund 1800 Straßenlampen abgeschaltet wurde, versicherte die Verwaltung, Vorschläge für ein zukunftsfähiges und energieeffizientes Straßenbeleuchtungsmodell für die gesamte Gemeinde zu erarbeiten.

Kay Gericke sagte, dass man deswegen mit Stadtwerken im Gespräch sei. Man könnte die gesamte Straßenbeleuchtung mit dem Auftrag, sie zu modernisieren, in fremde Hände geben. Oder die Gemeinde macht das selbst. Das koste aber richtig Geld, so der Gemeindebürgermeister.

Umrüstung wird eine Million Euro kosten

Eberhard Hoffmann vom Bauamt schätzt, dass die gesamte Umrüstung rund eine Million Euro kosten würde. Das wäre dann also auch nur in Jahresscheiben möglich. Die Gemeinde gibt derzeit rund 120 000 Euro für die Straßenbeleuchtung aus. 70 000 Euro ließen sich durch neue Technik rechnerisch einsparen.

Um das Projekt gemeindeweit anzuschieben, sind die 50 000 Euro für die Ortschaft Biederitz natürlich viel zu wenig. Kämmerin Simone Starzynski bot an, bei der Kommunalaufsicht nachzufragen, ob die Gemeinde einen größeren Investitionskredit aufnehmen dürfte. Sie plädierte für 200 000 Euro. "Je höher der Betrag, um so günstiger sind die Zinsbedingungen."

Könnte man nachfolgend jährlich auf dieser Basis weiterarbeiten, wäre in fünf Jahren das Thema zeitgemäße Straßenbeleuchtung erledigt. Unter der Voraussetzung, dass die Kommunalaufsicht einer Kreditierung zustimmt, entschied der Hauptausschuss konzeptionell diesen Weg zu beschreiten.