Heyrothsberge/Gerwisch l Verkrustete Infrastruktur, ein Bahnübergang, wo die Nerven blank liegen - so sieht Manfred Finzelberg aus Biederitz die Situation auf der Bundesstraße 1 zwischen Gerwisch und Heyrothsberge. Besonders als sich auf der Autobahn, aufgrund von Bauarbeiten, lange Staus bildeten und die B1 als Umleitungsstrecke genutzt wurde. "Die Blechlawinen haben uns die Anfälligkeit dieser Infrastruktur gezeigt", schreibt der Leser an die Redaktion. Der Bahnübergang habe aber schon vorher für lange Wartezeiten gesorgt. "20 Minuten sind keine Seltenheit, wenn mehrere Züge hintereinander kommen", so der Biederitzer.

Die genauen Schließzeiten der Schranken seien von den jeweiligen Zuglagen abhängig. "Sollten Züge in einer dichten Taktfolge fahren, kann es durchaus vorkommen, dass die Schranken eine längere Zeit geschlossen sind. Gerade im Güterbereich erfolgen oft kurzfristige Bestellungen durch die Kunden", heißt es von der Pressestelle der Deutschen Bahn. Eine verbindliche Zahl der täglich dort fahrenden Züge könne aber aus diesem Grund nicht genannt werden.

Das lindert das Unverständnis von Manfred Finzelberg in keinster Weise. "In ganz Sachsen-Anhalt werden die schönsten Umgehungsstraßen und kilometerlange Brücken gebaut, besonders in den südlichen Teilen. Warum ist es denn nicht möglich auch die Landeshauptstadt mit einzubeziehen?", fragt der Leser. Dem Warten am Bahnübergang sei nur mit dem Bau einer Brückenüberführung Abhilfe zu schaffen. Dazu die Bahn: "Ob als Alternative Brückenüberführungen realistisch sind, lässt sich aus unserer Sicht nicht beantworten", sagt die Pressestelle.

Ortsumgehung oder Kreuzungsmaßnahme

Ist es, sagt die Landesstraßenbaubehörde. "Eine Ortsumgehung für Wahlitz, Menz und Heyrothsberge ist zum neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Eine Entscheidung hierzu ist nicht vor 2016 zu erwarten", erklärt Regionalbereichsleiter Hartmut Pöhlert. Dann würde die Ortsumgehung im Bereich des jetzigen Bahnübergangs einschleifen. "Zwingend ist dann eine Brücke zu errichten", macht Pöhlert deutlich. Eine Linienbestimmung oder Variantenuntersuchung für eine mögliche Ortsumgehung habe es bislang aber noch nicht gegeben. "Eine mögliche Variante, die auch angemeldet ist, ist eine Trassenführung komplett östlich der Bahnlinie von der Ortsumgehung Gommern bis zur B1, mit Anbindung Richtung Magdeburg (Brücke)", nennt der Regionalbereichsleiter ein Beispiel. Insgesamt gebe es dabei aber noch viele Wenn und Aber.

Sollte keine Ortsumgehung zu planen sein, gebe es noch eine weitere Alternative. Dann sei über eine Beseitigung des Bahnüberganges durch eine sogenannte Kreuzungsmaßnahme nachzudenken. "Dies würde dann frühestens 2017 beginnen können und ist durchaus realistisch", sagt Pöhlert. Die Kosten dafür würden nach vorsichtiger Schätzung der Landesstraßenbaubehörde bei vier bis fünf Millionen Euro liegen. Kosten, an denen sich die Bahn letztendlich auch beteiligen müsste. "Die DB Netz wirkt dann im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen mit und wird dann gemäß den gesetzlichen Regelungen auch ihren Anteil an den Gesamtkosten tragen", erklärt die Pressestelle.

Verständnis zeigt Hartmut Pöhlert für Manfred Finzelberg. "Für jeden Autofahrer ist es ärgerlich, an Bahnübergängen zu stehen." Dem Biederitzer wird es darum freuen, dass sich seine Gedanken bereits in Planungen wiederfinden. Eine mögliche Umsetzung wird allerdings Zeit brauchen und so müssen sich die Autofahrer entlang der Bundesstraße weiter in Geduld üben.