Der Verein Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg zieht dieser Tage Bilanz über das weitgehend beendete Storchenjahr.

Loburg l Normalerweise tritt im Winter eine gewisse Ruhe auf den Storchenhof ein. "Es kommen nur noch wenige Besucher. Unsere Pfleglinge sind unterwegs. Aber diese Zeit ist angefüllt mit Vorbereitungen für den Winter und vielfältigsten Büroarbeiten", schreibt der Vereinsvorsitzende Dr. Christoph Kaatz im aktuellen Storchenhof-Rundbrief. Darin wird auch Bilanz gezogen.

Zu den Höhepunkten zählte wohl der vom Storchenhof organisierte 23. Sachsen-Anhaltischer Storchentag vom 17. bis 19. Oktober. Auch in diesem Jahr fand die Veranstaltung mit über 150 Teilnehmern aus fast allen Bundesländern und einem interessanten Vortragsprogramm große Anerkennung, freut sich der Vereinsvorsitzende. In diesem Jahr war der Veranstaltungsort nach Schweinitz verlegt worden.

Gemetzel im Taubenschlag

In Jahr 2014 haben die Storchenhof-Macher bisher 7023 Besucher begrüßen dürfen. "Meist sind es Familien mit Kindern. Besonders für Kinder sind die anfassbaren Haustiergeflügelarten und hier besonders die Küken eine Attraktion", weiß Christoph Kaatz. Allerdings ist der Taubenbestand auf dem Hofgelände im Herbst arg dezimiert worden: "In der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober war es mit der herbstlichen Idylle auf dem Storchenhof wieder einmal vorbei", berichtet Kaatz: "Ein Beutegreifer - ein Marder, Iltis oder Waschbär - war in den Taubenschlag im Dachgeschoss des Nebengebäudes eingedrungen und tötete über 80 Tauben. Nur eine `Thüringer Storchtaube` konnte sich retten. Dieses Ereignis hatte zur Folge, dass alle Gehege des Storchenhofes auf ihre Sicherheit überprüft und so abgedichtet wurden, dass ein solcher Angriff auf die Tiere, insbesondere die Wildvögel, sich nicht wiederholen kann.

Bekannt ist der Loburger Storchenhof für seine Pflege verletzter und verwaister Störche. Doch auch die in Freiheit lebenden Weißstörche finden hohe Beachtung bei dem Team: Aktuell steht ein weltweites Weißstorch-Monitoring an, welches für Deutschland durch die Arbeitsgruppe "Weißstorchschutz" des NABU in Zusammenarbeit mit dem Storchenhof vorgenommen wird. "Hier liegt noch viel Arbeit vor uns", sagt Kaatz. Arbeit die zusätzlich erschwert wird, weil viele der bisherigen Feldornithologen aus Alters- und Gesundheitsgründen ausscheiden. Kaatz appelliert daher erneut an junge Menschen, sich für die wichtige Naturschutzarbeit zu begeistern.

Zu spüren bekommt die Familie Kaatz auch, dass Mitte des Jahres die beiden Mitarbeiter in den Ruhestand gegangen sind. Umso wichtiger bewerten die "Storchenhofler" die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer und Vereinsmitglieder.

Veränderung im Vorstand

In der Zusammensetzung des Vorstandes der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg gab es ebenfalls Veränderungen. So schied die Schatzmeisterin Renate Krüger aus. Für diese Funktion fand sich René Luchs aus Berlin. Schriftführer bleibt Klaus Meyer-Callé.

Der Verein ist auf Spenden und Förderung angewiesen. Derzeit hofft man auf in Aussicht gestellte Fördergelder vom Land.