Der Stadtrat von Möckern hat mit mehreren Beschlüssen den Weg für zwei Solarenergieparks in der Einheitsgemeinde freigemacht. Betroffen sind Flächen einer ehemaligen Deponie bei Dörnitz und entlang der Bahnlinie Lübars - Altengrabow. Nicht alle Ratsleute konnten sich für beide Projekte begeistern.

Möckern/Dörnitz/Lübars l Mit 13 Ja-Stimmen und zehn Gegenstimmen fiel der Beschluss zugunsten einer Freiflächenphotvoltaikanlage auf der ehemaligen Deponie Dörnitz denkbar knapp aus. Es ging darum, die öffentliche Ausschreibung des Objektes zur Kenntnis zu nehmen und der wirtschaftlichen Verwertung durch den Investor zuzustimmen, unter der Maßgabe, dass gegen die Stadt keine Ansprüche erhoben werden. Dazu zählt auch, dass der Stadt keine Kosten für die nun erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes (FPN) entstehen. Eigentlich wäre es Sache der Stadt Möckern, einen Flächennutzungsplan für Dörnitz zuerstellen, damit sich die Ortschaft entwickeln kann. Auch die nun anstehenden Untersuchungen der Deponie bezahlt der Investor selbst. Diese sollen vorab die Eignung der Fläche für das Projekt klären.

Zweifel am Inhalt der Deponie Dörnitz

Nicht allen Ratsleuten war die Vorstellung behaglich, dass auf der Deponie Sonnenkollektoren errichtet werden sollen. Ulrich von Wulffen (CDU) sieht die Stromgewinnung generell skeptisch: "Müssen wir noch mehr Strom produzieren, wenn es derzeit keinen vernünftigen bundeseinheitlichen Stromnetzplan gibt?" Aber auch mit dem Deponiecharakter der Fläche hat von Wulffen Probleme: "Wir kennen die Fläche doch nicht und wissen nicht, was drin ist. Ist sie sicher?" Mike Kissel (Wählergemeinschaft Fläming) fügte hinzu: "Das ist eine Deponie, die können wir nicht ruhigen Gewissens jemandem geben."

Bauamtsmitarbeiterin Daniela Sandkuhl erklärte, dass diese Erkundungen der Investor durchzuführen habe. Ein negatives Ergebnis könne auch eine Nichtumsetzung des Vorhabens bedeuten.

Stadtchef Frank von Holly (CDU) ist überzeugt: "Wir müssen dankbar sein, dass jemand diese Fläche überhaupt will." Er spricht von einer "offenen Wunde in der Landschaft", die weder die Stadt noch sonst wer in den vergangenen 21 Jahren hatte schließen können. Eigentümer sind das Land und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Doch Bund und Land, so von Holly, würden nur dann tätig werden, wenn es die Gefahrenabwehr erfordere. "Wir haben die Wahl, ob alles so bleibt, wie es ist, oder wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass es jemand nutzt und saniert", so von Holly.

Kaatz: "Photovoltaik gehört auf Dächer"

Mehr Zustimmung erfuhr das Vorhaben der Castus GmbH, die entlang der Bahnlinie Loburg - Altengrabow auf 26 Hektar einen Solarpark errichten möchte. Zwei Gegenstimmen beziehungsweise Enthaltungen ergab die Abstimmung über die Aufstellung eines nötigen Bebauungsplanes sowie die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes. Hierzu erklärte Dr. Christoph Kaatz (Grüne), er tue sich schwer mit Photovoltaik in der Natur: "Solche Anlagen sollten auf Dächer gebaut werden, statt für weitere Bodenversiegelung zu sorgen."